Schrempp sei bereit zur Zusammenarbeit mit der Bundesregierung gewesen, wenn es um Fragen der internationalen wirtschaftlichen Entwicklung, der internationale Kooperation, um technologische und industrielle Entwicklungen gegangen sei, sagte Clement am Donnerstag in Berlin.
Clement hob außerdem Schrempps Leistung bei der Gründung des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS hervor und lobte dessen Engagement für die Entwicklung Südafrikas. Schrempp gibt seinen Posten als Vorstandschef des Stuttgarter Autobauers nach rund 10 Jahren vorzeitig ab, wie das Unternehmen am Donnerstagmorgen mitteilte. Auf Beschluss des Aufsichtsrates werde der Chef der US-Tochter Chrysler, Dieter Zetsche, das Amt am 1. Januar 2006 für fünf Jahre übernehmen, teilte DaimlerChrysler in Stuttgart weiter mit.
"Aus dem tiefen Tal der Tränen"
Die Fondsgesellschaft Union Investment begrüßte den Wechsel an der Spitze von DaimlerChrysler. "Das Unternehmen kommt aus einem tiefen Tal der Tränen", sagte Thomas Meyer, Fondsmanager bei Union Investment und Spezialist für den Stuttgarter Autobauer. "Mit dem Wechsel wird eine neue Ära eingeleitet und ein frischer Wind wehen." Wichtig sei, dass der Restrukturierungskurs fortgeführt und die Profitabilität gesteigert werde. Von dem künftigen Konzernchef Zetsche werde erwartet, dass er die Gesamtstruktur noch einmal unter Lupe nehme und auch einzelne Bereich kritisch prüfe, denn "ein Weiter so wird es mit ihm sicher nicht geben".
Auch die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) äußerte sich erleichtert über den Führungswechsel. "Der Traum von Herrn Schrempp, einen weltumspannenden Konzern zu schaffen, ist schon lange gescheitert. Die Zeche hierfür haben die Aktionäre gezahlt", kommentierte DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker die Nachricht. Hocker konnte sich auch bissigen Spott nicht verkneifen: "Immerhin hat Schrempp mit dieser Entscheidung endlich das Kursfeuerwerk ausgelöst, dass er den Aktionären schon beim Zusammenschluss von Daimler und Chrysler versprochen hatte."
Die DSW hatte dem Aufsichtsrat wegen der vorzeitigen Vertragsverlängerung mit Schrempp bei der Hauptversammlung im April die Entlastung verweigert.