Es wird ernst für die Mitarbeiter der insolventen US-Fluggesellschaft: Um die Airline wieder auf Kurs zu bringen, sollen mehr als zehntausend Stellen wegfallen. Besonders hart trifft es das Bodenpersonal.
Die Insolvenz der US-Fluggesellschaft American Airlines dürfte rund 13.000 Mitarbeiter den Job kosten. Diese Zahl nannte Konzernchef Tom Horton bei einem Treffen mit Gewerkschaftsvertretern, bei dem er seinen Plan zur Rettung der verlustreichen Fluglinie vorstellte. Demnach trifft es die Mechaniker und Mitarbeiter in der Gepäckabfertigung besonders hart. Auch 2300 Flugbegleiter und 400 Piloten sollen gehen.
Der American-Airlines-Mutterkonzern AMR hatte im November nach andauernden Verlusten Insolvenz angemeldet. Der Flugbetrieb geht aber weiter und das Management rechnet damit, dass ein Neustart gelingt. Auch andere große US-Fluglinien hatten sich schon durch eine Insolvenz von Schulden und Personalkosten befreit und verzeichnen heute wieder satte Gewinne. American Airlines will zudem seine überalterte Flotte erneuern.
Was mit American Airlines geschieht hat auch Auswirkungen auf Deutschland. Air Berlin arbeitet mit den Amerikanern zusammen. Passagiere fliegen zu den American-Drehkreuzen wie Miami und New York und dann innerhalb Nordamerikas weiter mit der US-Airline. Zudem hat American Airlines eine Großbestellung für neue Flieger bei Airbus und Boeing laufen.
"Wir werden diese Reise mit deutlich weniger Leuten beenden", schrieb Horton am Mittwoch in einem offenen Brief an die insgesamt 88.000 Beschäftigten des drittgrößten Luftfahrt-Konzerns der USA. "Aber wir werden auch Zehntausende Jobs sichern, die verloren gegangen wären, wenn wir diesen Kurs nicht eingeschlagen hätten." Horton will insgesamt 2 Mrd. Dollar jährlich einsparen und gleichzeitig mit weniger Leuten den Umsatz um 1 Mrd. Dollar steigern.
Firmenchef Horton warnte seine Leute allerdings, dass American Airlines während der Insolvenz "in großer Gefahr" sei. Zum einen müssen die Gläubiger und Banken bei der Sanierung mitziehen, zum anderen gab es in der jüngsten Vergangenheit wiederholt Spekulationen, ein Rivale könne die Gesellschaft schlucken. Dabei fielen unter anderem die Namen von Delta Air Lines und US Airways. "Ich glaube nicht, dass eine solche Entwicklung im besten Interesse von American Airlines, unserer Leute oder Anteilseigner sein kann", erklärte Horton.
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