Der Konzern übernimmt eine Erschließungsfirma, die an einem Gasfeld vor der Küste Mosambiks beteiligt ist. Damit will Shell den Wandel zum Gasförderer vorantreiben.
von Titus KroderLondon
Shell arbeitet sich ein Stück näher an das Ziel heran, zu einem Konzern zu werden, der statt Öl überwiegend Gas fördert. Das britisch-niederländische Unternehmen will für 942 Mio. Pfund (1,2 Mrd. Euro) das Spezialerschließungsunternehmen Cove Energy übernehmen. Dessen Hauptattraktion ist eine Beteiligung von gut acht Prozent an einem ergiebigen Gasfeld vor der Küste Mosambiks. Dort sind bereits andere Ölkonzerne wie Eni, Anadarko und Statoil aktiv.
Die privaten Ölmultis wie Shell und BP müssen sich rasch nach neuen Quellregionen umsehen. Denn die seit Langem bekannten Öl- und Gasvorkommen, etwa in Russland und dem Nahen Osten, werden zunehmend von nationalen Rohstoffunternehmen der Förderländer allein ausgebeutet.
Für Shell ist es das erste Engagement in dem afrikanischen Land. Peter Voser will seinen Konzern zunehmend auf das Gasgeschäft ausrichten. Gas ist zwar auch ein fossiler Brennstoff, gilt aber als wesentlich weniger umweltschädlich als Öl. Seine Bedeutung im weltweiten Energiemix steigt. Außerdem ist Shell bereits jetzt einer der größten Lieferanten von Flüssiggas: Der Konzern kontrolliert 30 Prozent des Weltmarkts.
Gleichzeitig zeigt der Schritt auch, wie interessant Ostafrika inzwischen für die Rohstoffbranche geworden ist. Bisher gilt vor allem der westafrikanische Küstenbogen als attraktive Ölregion des Kontinents. Dort ist Shell unter anderem im Opec-Staat Nigeria tätig. Der Zukauf von Cove würde Shells Projekte in Tansania ergänzen sowie dem Konzern Erschließungsrechte in Kenia sichern.
"Ostafrika ist eine aussichtsreiche Region für fossile Energierohstoffe. In den letzten Jahren hat sich die Aktivität der Branche dort sichtlich verstärkt", teilte Shell mit. Das Rovuma genannte Gasfeld vor der Küste Mosambiks sei eine der wichtigsten Gasentdeckungen der vergangenen zehn Jahre und biete zudem die Möglichkeit, die bestehenden Projekte auszubauen. Cove ist dort bisher in einer Allianz mit dem Ölunternehmen Anadarko tätig.
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