Chinas Hunger nach Öl ist groß
In den 90er-Jahren exportierte das Land noch Öl, heute ist es der zweitgrößte Importeur - mehr als die Hälfte des Tagesverbrauchs von rund 9,3 Mio. Barrel (je 159 Liter) kommen aus dem Ausland. "Die wachsende Bedeutung Chinas im Weltenergiemarkt kann man gar nicht stark genug hervorheben", sagte IEA-Chef Nobuo Tanaka. Wie Peking auf weltweit sinkende Ölreserven reagiert, sei entscheidend für den Rest der Welt.
Die aktuelle Reaktion des Landes: Zukäufe. Rund 60 Mrd. Dollar haben chinesische Firmen 2010 insgesamt im Ausland angelegt - 2009 waren es noch 42 Mrd. Dollar. Laut der Handelsorganisation der Vereinten Nationen, Unctad, ist China damit hinter den USA der zweitgrößte ausländische Investor. Zwei Drittel der Auslandsinvestitionen in diesem Jahr kommen von Sinopec, CNOOC und Petrochina, sie gehen in Unternehmensbeteiligungen und Schürfrechte.
Bei den Milliardenzukäufen unterstützen die staatlichen Banken die Konzerne nach Kräften. Kürzlich empfahl Jiang Jianqing, der Chef der China Industrial and Commercial Bank (ICBC), der Staat solle einen Großteil der aufgehäuften Devisenreserven von 2800 Mrd. Dollar an die Banken herausgeben, damit sie die Expansion der Unternehmen weiter ankurbeln.