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Merken   Drucken   30.01.2012, 10:00 Schriftgröße: AAA

Rohstoffmangel: Deutschlands Rohstoffallianz kommt zu spät

Leitartikel Die deutsche Wirtschaft hat ihren existenzbedrohenden Rohstoffengpass selbst verschuldet. Jetzt soll eine Allianz die Versorgung sichern. Dabei haben sich ressourcenreiche Staaten längst schon Partner gesucht: China, Japan und Russland.
Die deutsche Industrie ist auffällig spät dran, wenn es um die Sicherung der eigenen Rohstoffversorgung geht. China und Japan kaufen sich schon seit Jahrzehnten bei Bergbaufirmen ein und haben dafür sogar Staatsunternehmen gegründet, selbst Frankreich gründete vergangenes Jahr eine Seltene-Erden-Allianz namens Comes.
Wenn nun auch deutsche Konzerne eine vergleichbare Initiative starten und die Allianz zur Rohstoffsicherung (ARS) gründen, ist das an sich nur zu begrüßen. Das heißt schließlich, dass die Unternehmen endlich wahrnehmen, dass sie auf ein existenzgefährdendes Problem zusteuern und dass sie nun nach einer gemeinsamen Lösung suchen. Allzu viel erwarten dürfen sie aber nicht von der ARS. Und schon gar nicht, dass der Staat sich an ihr finanziell beteiligt.
Denn dass die deutsche Wirtschaft überhaupt um ihre Rohstoffversorgung bangen muss, hat sie sich auch selbst zuzuschreiben. Als vor wenigen Jahrzehnten Mineralien und Metalle nur zu Niedrigpreisen gehandelt wurden, haben sich viele Konzerne von ihren Bergbautöchtern getrennt. Das Geschäft war zu schmutzig und zu unlukrativ. Nun wollen sie diesen Fehler - angesichts gestiegener Rohstoffpreise - wieder rückgängig machen.
Der ARS dürfte es allerdings schwerfallen, dies zu schaffen. Die Welt wartet nicht gerade auf ein Engagement der Deutschen: Ressourcenreiche Staaten und Regionen in Afrika und Mittelasien haben sich längst mit Ländern wie China, Japan oder Russland verbündet. Die kolportierte Investitionssumme der ARS von 1 Mrd. Euro ist für Projekte, die die gesamte deutsche Wirtschaft versorgen sollen, auch eher unterdimensioniert. Erst recht, wenn maßgebliche Konzerne tatsächlich nur jeweils wenige Hunderttausend Euro beitragen wollen.
Womöglich hoffen sie ja, dass der Staat die Finanzierungslücke schließt und mit Millionen direkt oder indirekt in die ARS einsteigt. Künftige Rohstoffkosten zu reduzieren aber ist nicht seine Aufgabe. Die Unternehmen dürfen von der Bundesregierung politische Unterstützung erwarten, etwa wenn es um den Abbau von Handelshemmnissen geht oder um Kooperationsverträge. Alles andere aber ginge zu weit. Das Problem der Rohstoffknappheit hat sich die deutsche Wirtschaft selbst eingebrockt. Nun muss sie es auch allein lösen.
  • Aus der FTD vom 30.01.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 09.03.2012 11:42:27 Uhr   Thomas Borgsmidt: Rohstoffallianz

    Zu spät für Was??
    Also Sie gehen davon aus, dass de heutige überschwänglidhe nachfrage fortsetzt!
    Es ist nicht wahrscheinlich,das a.B. die Chinesische Nachfrage sich hält angesichts de bevorstehende pleite. Zur Zeit baut man Städte ohne Einwohnern die nicht die nichtexportierten Konsumgüter kaufen kann. So was geht eine Zeit lang - aber hat seine Ende.

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