Die deutsche Industrie ist auffällig spät dran, wenn es um die Sicherung der eigenen Rohstoffversorgung geht. China und Japan kaufen sich schon seit Jahrzehnten bei Bergbaufirmen ein und haben dafür sogar Staatsunternehmen gegründet, selbst Frankreich gründete vergangenes Jahr eine Seltene-Erden-Allianz namens Comes.
Wenn nun auch deutsche Konzerne eine vergleichbare Initiative starten und die Allianz zur Rohstoffsicherung (ARS) gründen, ist das an sich nur zu begrüßen. Das heißt schließlich, dass die Unternehmen endlich wahrnehmen, dass sie auf ein existenzgefährdendes Problem zusteuern und dass sie nun nach einer gemeinsamen Lösung suchen. Allzu viel erwarten dürfen sie aber nicht von der ARS. Und schon gar nicht, dass der Staat sich an ihr finanziell beteiligt.
Denn dass die deutsche Wirtschaft überhaupt um ihre Rohstoffversorgung bangen muss, hat sie sich auch selbst zuzuschreiben. Als vor wenigen Jahrzehnten Mineralien und Metalle nur zu Niedrigpreisen gehandelt wurden, haben sich viele Konzerne von ihren Bergbautöchtern getrennt. Das Geschäft war zu schmutzig und zu unlukrativ. Nun wollen sie diesen Fehler - angesichts gestiegener Rohstoffpreise - wieder rückgängig machen.