Sanierungsfall:Problemtochter Chrysler bereitet Fiat Kopfschmerzen
Trotz boomender Branchenkonjunktur plagen sich die Italiener vergeblich mit der Sanierung des US-Autobauers herum. Was Daimler nicht gelang, schafft auch Fiat-Chef Marchionne nicht - zumindest bisher. 2011 soll es endlich schwarze Zahlen geben.
Der Turiner Autobauer Fiat bekommt Chrysler nicht fit. Auch Ende 2010 kam der Konzern nicht aus den roten Zahlen. Ein Nettoverlust von 199 Mio. Dollar schlug im vierten Quartal zu Buche. Vor allem hohe Zinsen für Kredite der Regierungen der USA und Kanadas von 7,4 Mrd. Dollar belasteten das Ergebnis. 2010 summierten sich die Zinskosten auf 1,23 Mrd. Dollar. Fiat ist an dem US-Konzern mit 25 Prozent beteiligt, strebt zunächst aber keine Mehrheit an.
Im laufenden Jahr will der drittgrößte US-Autobauer allerdings wieder profitabel arbeiten und die Rückkehr an die Börse wagen. Chrysler stellt für 2011 bei einem Umsatz von 55 Mrd. Dollar einen Gewinn zwischen 200 und 500 Mio. Dollar in Aussicht.
Chrysler ist der Problemfall unter den drei großen US-Autokonzernen. Die heimischen Konkurrenten General Motors und Ford schreiben nach der schweren Branchenkrise wieder Milliardengewinne. Chrysler gehörte auch schon zu Daimler. Die Stuttgarter stießen den Konzern jedoch wieder ab, nachdem sie sich vergeblich mit der Sanierung abgemüht hatten.
Chrysler beendete die Blitzinsolvenz Mitte 2009. Der erfolgreiche Börsengang des ebenfalls lange von der Pleite bedrohten Konkurrenten General Motors dient dem Konzern als Blaupause. Chrysler will in der zweiten Jahreshälfte aufs Parkett zurückkehren.
Fiat-Chef Sergio Marchionne sagte, Chrysler müsse vor einem IPO "einige" Quartale hintereinander schwarze Zahlen schreiben. Zudem müsse der US-Konzern zuvor seine Schulden bei der Regierung refinanzieren.
Der Umsatz fiel im vierten Quartal leicht auf 10,76 Mrd. Dollar. Der Konzern begründete dies mit dem geringeren Absatz an Kunden, die komplette Fuhrparks erwerben wollten. Im Gesamtjahr verkaufte der Konzern 1,5 Millionen Fahrzeuge. Damit kam er auf einen Jahreserlös von 42 Mrd. Dollar.
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