Nach Problemen mit dem Dreamliner häufen sich auch Schwierigkeiten mit der 747-8. Die Hecktanks der Passagiervariante müssen aus Sicherheitsgründen zunächst leer bleiben. Größter Kunde ist die Lufthansa.
von Gerhard HegmannMünchen
Der US-Konzern Boeing hat mit seinem vergrößerten Jumbo 747-8 mehr Schwierigkeiten als erwartet. Auch bei der Passagierversion, die kurz vor der Auslieferung steht, gibt es eine Panne. Die Modellvariante hat zusätzliche Treibstofftanks im Höhenleitwerk, also am Heck des Flugzeugs.
Boeing bestätigt, dass diese zunächst nicht genutzt werden dürfen. Der Grund sind Sicherheitsbedenken der US-Flugaufsichtsbehörde FAA. Falls die Tanks mehr als 15 Prozent befüllt seien, könnte es zu gefährlichen Vibrationen in Extremsituationen kommen. Boeing will nach eigenen Angaben das Problem bis 2013 lösen. Bis dahin werden die Tankleitungen zum Heck komplett unterbrochen.
In die Tanks im Höhenleitwerk passen rund 12.500 Liter Kerosin, was angesichts von insgesamt rund 238.500 Liter Treibstoffkapazität gerade einmal rund fünf Prozent ausmacht. Ohne die Hecktanks schrumpfe die maximale Reichweite von bislang 14.800 Kilometer um 550 bis 930 Kilometer, heißt es bei Boeing.
Für die Lufthansa, die nach wie vor davon ausgeht, bis Ende März ihren ersten neuen Jumbo 747-8 Intercontinental zu erhalten, ist das etwas kleinere Tankvolumen vorläufig kein Problem. "Zunächst hat die Abschaltung der Hecktanks für unsere erste Streckenplanung keine Auswirkungen", sagte ein Sprecher. Die Fluggesellschaft stehe in Verhandlungen mit Boeing. "Letztlich wollen wir das Flugzeug aber so, wie zunächst geplant."
Der US-Flugzeughersteller hat bislang 36 Aufträge für die Passagierversion, davon stammen allein 20 von der Lufthansa. Die erste 747-8 in der Passagierversion, die voraussichtlich im Februar ausgeliefert wird, geht an einen nicht näher genannten Kunden. Angeblich ist es ein Privat-Jumbo für ein Herrscherhaus im Mittleren Osten. Für die Passagierversion gibt es bislang allein neun VIP-Bestellungen, also für Jumbos, die nicht in den regulären Flugverkehr gehen. Der Listenpreis für einen neuen 747-8 Passagierjumbo liegt bei 333 Mio. Dollar. Meist gibt es aber erhebliche Rabatte für Erstkunden. Im Gegenzug kann eine individuelle Innenausstattung auch dreistellige Millionenbeträge kosten.
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