South Stream:Türkei sagt ja zu russischer Gaspipeline
Nach der Eröffnung der Ostseepipeline Nord Stream in diesem Herbst ist es schon der zweite Erfolg der Russen in Sachen Erdgasverkauf. Das europäische Projekt Nabucco kommt dagegen nicht voran.
Die Türkei hat den Bau der ambitionierten russischen Gaspipeline South Stream durch das Schwarze Meer genehmigt. Über die Leitung sollen ab 2015 jährlich 63 Milliarden Kubikmeter russisches Gas von Russland nach Süd- und Osteuropa fließen.
Infografik: Woher Europa sein Gas bekommt
Nach der Eröffnung der Ostseepipeline Nord Stream vor einigen Wochen ist das schon das zweite Projekt zur Lieferung russischen Erdgases, das einen entscheidenden Schritt vorankommt. Gleichzeitig ist die Meldung eine schlechte Nachricht für das Konkurrenzprojekt der Europäer zu South Stream, Nabucco, dessen Planung bislang schleppend vorankommt.
Nabucco wird von der EU unterstützt und soll Europas Abhängigkeit von russischem Gas senken. Dieser Röhrenstrang soll ab 2017 jährlich rund 31 Milliarden Kubikmeter Erdgas aus dem kaspischen Raum nach Europa bringen. Doch der Baubeginn wurde schon mehrfach verschoben, und bisher scheut das Projekt-Konsortium aus sechs europäischen Energiekonzernen, darunter Österreichs OMV und die deutsche RWE, konkrete Investitionszusagen. Zudem fehlen nach wie vor feste Zusagen möglicher Lieferländer.
South Stream dagegen ist nun schon einen entscheidenden Schritt bei seiner Planung weiter: Der türkische Energieminister Taner Yildiz habe am Mittwoch in Moskau mit Vertretern Gazproms ein entsprechendes Abkommen unterzeichnet, teilte der russische Staatskonzern mit.
Russlands Regierungschef Wladimir Putin bedankte sich bei einem Treffen mit Yildiz für die Unterstützung, schrieb die Agentur Itar-Tass. Im Gegenzug sicherte Moskau der Türkei langfristige Gaslieferungen bis 2025 zu. "Wie immer in solchen Fällen ist die finale Übereinkunft das Ergebnis eines Kompromisses, der für beide Seiten akzeptabel und von Vorteil ist", sagte Putin.
Gazprom-Vizechef Alexander Medwedew kündigte an, South Stream werde womöglich nicht wie geplant in Österreich, sondern in Norditalien enden. Allerdings blieb unklar, was das bedeuten würde. Außer Gazprom sind auch die BASF-Tochter Wintershall sowie der französische Energiekonzern EdF und das italienische Unternehmen Eni an South Stream beteiligt.
Nord Stream
So kam die Pipeline in die Ostsee
Allein die Verlegung der Leitungen auf dem Grund des Schwarzen Meeres kostet Schätzungen zufolge rund 10 Mrd. Euro. Die Gesamtkosten belaufen sich nach Medienangaben auf bis zu 25 Mrd. Euro.
Russland will mit der Leitung unsichere Transitländer wie die Ukraine umgehen. Mit Nord Stream pumpt das auf Energieexporte angewiesene Land zudem Gas direkt nach Deutschland.
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