Die deutsche Industrie beginnt ihre Aufholjagd im Wettbewerb um Rohstoffe. Auf einem Spitzentreffen am Montag in Berlin will sie die "Allianz zur Rohstoffsicherung" gründen. Das erfuhr die FTD aus dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und der Wirtschaft. Zunächst wollen sich rund ein Dutzend Firmen an dem Bündnis beteiligen, darunter
BASF ,
ThyssenKrupp , Evonik und die Grillo-Werke. Jedes Unternehmen zahle zu Beginn 300.000 Euro ein, hieß es. Insgesamt ist von 1 Mrd. Euro Investitionsbedarf über fünf bis zehn Jahre die Rede.
Mit ihrem Bündnis geht die Industrie eines der zentralen Probleme der nächsten Jahre an. Strategisch wichtige Rohstoffe wie die sogenannten seltenen Erden sind unverzichtbar für die Herstellung hochwertiger Produkte, etwa in der Computerindustrie oder beim Bau von Windrädern. Gegenüber Ländern wie China, das sich in Asien, Afrika und Lateinamerika große Vorkommen gesichert hat, ist Deutschland ins Hintertreffen geraten. In einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags von Mitte Januar hatte die Hälfte der befragten Unternehmen ihre Rohstoffversorgung als kritisch bezeichnet.
Das Bündnis fügt sich ein in die Rohstoffstrategie der Bundesregierung. Diese will nicht selbst wirtschaftlich aktiv werden, aber die Unternehmen politisch unterstützen, indem sie etwa auf den Abbau von Handelsbeschränkungen hinwirkt. So hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Oktober eine Rohstoffpartnerschaft mit der Mongolei geschlossen. Der Start der Allianz am Montag fällt auf den Tag, an dem die Welthandelsorganisation (WTO) ihre abschließende Entscheidung über Chinas Exportbeschränkungen für bestimmte Rohstoffe bekannt gibt.