Dem Nachrichtenmagazin "Focus" sagte Löscher, aus heutiger Sicht sei es "sicher falsch" gewesen, schon im November anzukündigen, bei Verwaltung und Vertrieb 1,2 Mrd. Euro pro Jahr einsparen zu wollen, obwohl klar gewesen sei, dass monatelang die Details nicht mitgeteilt werden könnten.
Laut Medienberichten sind bei dem Konzern weltweit 17.200 Stellen gefährdet, 6.450 davon in Deutschland.
Siemens hat dies bislang nicht kommentiert. Informationen über das Ausmaß des Abbaus liegen auch nicht der IG Metall vor, wie deren Bezirksleiter Werner Neugebauer im Bayerischen Rundfunk sagte. Auch der IG-Metall-Vorsitzende Berthold Huber, Mitglied im Aufsichtsrat, habe keine Informationen.
Neugebauer forderte, den Beschäftigten müsse eine Perspektive geboten werden, und drohte mit Widerstand. Siemens habe eine Verantwortung für die Menschen. Wenn dies nicht erfüllt werde, "gebe es Krach auf breiter Ebene", sagte Neugebauer. Der IG-Metall-Bezirksleiter rief die Beschäftigten auf, ihren Unmut auf außerordentlichen Betriebsversammlungen zu äußern.
Löscher verteidigte laut "Focus" auch sein Vorhaben, Konzernmanagern künftig einen Teil ihrer Bezüge in Form von Siemens-Aktien auszugeben. Diese sollen sie erst verkaufen dürfen, wenn sie das Unternehmen verlassen. Dies solle das Augenmerk stärker auf den langfristigen Konzernerfolg lenken, sagte Löscher laut "Focus".
Unterdessen begrüßte Aufsichtsratschef Gerhard Cromme das Vorhaben Löschers, mehr Frauen und mehr Ausländer ins Management zu holen. "Das ist mit Sicherheit eine richtige Sache", sagte Cromme dem Sender n-tv.