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Merken   Drucken   05.02.2012, 20:54 Schriftgröße: AAA

Stromanbieter: RWE baut noch mehr Jobs ab

Die Stromversorger überbieten sich gegenseitig mit Sparprogrammen. RWE legt auf das laufende nochmal 1 Mrd. Euro drauf - was den Abbau von mindestens 3500 Arbeitsplätzen bedeutet. von Michael Gassmann  Düsseldorf
Die großen deutschen Energiekonzerne drücken immer neue Sparwellen durch. RWE , die Nummer zwei der Branche, plant zusätzliche Kosteneinschnitte im Umfang von 1 Mrd. Euro jährlich. "Der Vorstand hat diese Plangröße beschlossen", sagte eine Konzernsprecherin am Wochenende und bestätigte damit einen Bericht des "Spiegel". Damit geht nach FTD-Informationen der Abbau von mindestens weiteren 3500 Arbeitsplätzen einher. Die Zahl könnte am Ende auch deutlich höher liegen.
Marktführer Eon  hat bereits vor Monaten die Streichung von 11.000 Jobs angekündigt. RWE zieht nun nach und übertrifft dessen Kürzungsprogramm sogar. Die neuen Stellenstreichungen kommen zusätzlich zum Abbau von 8000 RWE-Jobs durch Beteiligungsverkäufe und Rationalisierung. Damit sollen die Kosten bereits um 1,5 Mrd. Euro jährlich sinken. Auch die kleineren Stromerzeuger Vattenfall und EnBW sind auf Schrumpfkurs gegangen.
Kursinformationen und Charts
  RWE 29,535 EUR  [0.05 +0,17%
  Eon 14,78 EUR  [-0.14 -0,94%
Der künftige RWE-Chef Peter Terium signalisiert den Investoren mit der Aufstockung des Sparziels, dass sein Konzern bei der operativen Rendite mit Eon mithalten will, obwohl das lukrative Kernkraftgeschäft in Zukunft wegfällt. Terium tritt zur Jahresmitte die Nachfolge von Jürgen Großmann  an. Der Vorstand, der die neuen Kürzungen bereits im Dezember beschlossen habe, stehe hinter der Verschärfung des Sparkurses, hieß es. Das Konzept mit dem sperrigen Titel "Programm für die Zukunft unseres Konzerns" sei inzwischen auch der Leitungsebene, dem Betriebsrat und den Vorständen der operativen Gesellschaften vorgestellt worden.
Der Plan mache keine expliziten Vorgaben zum Stellenabbau. "Wir diskutieren jetzt die Ziele mit den operativen Vorständen. Die Umsetzung liegt bei ihnen", sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person. Zu den am stärksten betroffenen Bereichen zählen voraussichtlich Sparten, die gemeinsame Dienstleistungen für den Konzern erbringen, wie Personalentwicklung. Terium gehe es nicht zuletzt um die Vermeidung von Doppelarbeit. Bis Ende 2012 gilt bei RWE Kündigungsschutz. "Ich bin verhalten zuversichtlich, dass wir auch für die Folgejahre eine Regelung hinkriegen, die betriebsbedingte Kündigungen ausschließt", sagte der Chef des Konzernbetriebsrats, Heinz Büchel, der FTD. Büchel sitzt auch im Aufsichtsrat. Verhandlungen würden voraussichtlich im März aufgenommen.
Das zusätzliche Sparprogramm soll in den Jahren 2013 und 2014 umgesetzt werden. Nach Teriums Plan soll RWE darüber hinaus den Ausbau der erneuerbaren Energien vorantreiben. Bislang hat der Konzern rund 1 Mrd. Euro jährlich für Investitionen in neue Wind- oder Biomassekraftwerke eingeplant. Details der zweiten Stufe des Konzernumbaus will der RWE-Vorstand Anfang März präsentieren, wenn er seine Bilanz für das Jahr 2011 vorlegt.
Zusätzlich zu den Kostensenkungen schrumpft RWE durch die Trennung von Tochterfirmen. Der scheidende Konzernchef Jürgen Großmann hatte den Verkauf von Beteiligungen im Wert von 11 Mrd. Euro bis Ende 2013 angekündigt. Damit sollen die Schulden so weit reduziert werden, dass die Kreditwürdigkeit von RWE weiter mit der Note "A" bewertet wird.
05:03:51 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
RWE 29,535 EUR   +0,17%  0.05
Eon 14,78 EUR   -0,94%  -0.14
  • Aus der FTD vom 06.02.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
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