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25.08.2011, 21:15
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Strommarkt:
Kommunen reißen sich um RWE-Tochter Süwag
Exklusiv
Um seine Bilanz aufzupolieren, prüft der RWE-Konzern den Verkauf von Süwag-Anteilen im Wert von bis zu 800 Mio. Euro. Die Kommunen, die insgesamt mit rund 22 Prozent beteiligt sind, stehen Schlange für eine mögliche Übernahme.
von Michael Gassmann Düsseldorf
Den Kommunen winkt mit einer möglichen Übernahme der RWE-Tochter Süwag eine klare Stärkung ihrer Rolle im deutschen Strommarkt. Sobald der Essener Konzern die Vertriebs- und Netzfirma abgebe, stünden Städte und Landkreise bereit, sagten mehrere Kommunalvertreter der FTD. Die Kosten einer Komplettübernahme des RWE-Anteils von 77,6 Prozent taxierten sie auf 700 bis 800 Mio. Euro.
Die restlichen Anteile liegen schon bei 16 Kommunalaktionären. Davon hält Frankfurt das größte Paket mit knapp sechs Prozent. Stadtkämmerer Uwe Becker hatte bereits kürzlich Interesse an einer Aufstockung signalisiert. "Wir stehen in den Startlöchern", betonte ein Sprecher jetzt. Der Neuwieder Landrat Rainer Kaul erklärte, er gehe nach Gesprächen mit Kollegen davon aus, dass alle Kommunalaktionäre mitziehen: "Ich habe von niemandem gehört: 'Das interessiert mich nicht'." Kaul gehört auch dem Süwag-Aufsichtsrat an.
Kursinformationen und Charts
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Risiken ausgeblendet
Für Kommunalpolitiker ist die Energiewirtschaft derzeit ein ideales Betätigungsfeld. Sie können den Wunsch vieler Bürger nach ortsnaher Versorgung mit Strom und Gas aufgreifen, während gleichzeitig eine Stärkung der kommunalen Haushalte lockt. Mit diesen Argumenten hatten Kommunen beispielsweise den Stromerzeuger Steag von Evonik gekauft und den Versorgerverbund Thüga von Eon übernommen. Skeptiker verweisen indes auf Risiken der Rekommunalisierung. So sei fraglich, ob die Kommunen auf Dauer die notwendigen Investitionen stemmen können.
Um seine Bilanz aufzupolieren, will sich RWE von Beteiligungen im Gesamtwert von 8 Mrd. Euro trennen - und prüft dabei nach FTD-Informationen auch einen Verkauf von Süwag-Anteilen. Der Konzern nimmt dazu nicht Stellung. Aufschluss erwarten die kommunalen Anteilseigner von RWE-Vorstand Rolf-Martin Schmitz bei einer Aufsichtsratssitzung am kommenden Dienstag, bestätigte Kaul. Schmitz ist Aufsichtsratschef der Frankfurter Tochter.
Der Manager hatte den Kommunen kürzlich eine Art Vorzugsbehandlung versprochen.
RWE werde Beteiligungsverkäufe "zuerst mit unseren kommunalen Partner besprechen und schauen, welche Optionen es gibt".
Teil 2: Grüner und lokaler
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Aus der FTD vom 26.08.2011
© 2011 Financial Times Deutschland,
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