Der Solarbranche droht ein drastischer Subventionsabbau. Nachdem im Dezember so viele Solaranlagen wie nie zuvor in einem Monat installiert wurden, erwägt die Bundesregierung eine weitere Förderkürzung. Die Fotovoltaik erzeuge nur drei Prozent des deutschen Stroms, verursache aber 50 Prozent der Förderkosten, sagte Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) der FTD: "So kann der Umbau der Energieversorgung in Deutschland nicht gelingen." Rösler sagte, er gehe davon aus, dass Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) "nun rasch konkrete Vorschläge vorlegen wird". Röttgen selbst schloss neue Einschnitte nicht aus. Er hat Spitzenvertreter der Fotovoltaikbranche für nächste Woche zu einem Gespräch eingeladen.
Ein ungebremster Ausbau der Solarenergie hat teure Folgen für die Verbraucher. Allein in diesem Jahr zahlen die Stromkunden insgesamt 14 Mrd. Euro für die Förderung der erneuerbaren Energien - umgerechnet 3,5 Cent pro Kilowattstunde. Diesen Wert wollte die Bundesregierung stabil halten, so der Beschluss bei der Energiewende im vergangenen Sommer. Der Ausbaurekord macht ihr nun einen Strich durch die Rechnung. Geht der Boom ungebremst weiter, droht eine Kostenexplosion, wirksam ausgerechnet im Wahljahr 2013.