Langjährige Verfahren des Bundeskartellamts gegen die Süßwarenindustrie sind einen Schritt weiter: Gegen den Gummibärchenproduzent Haribo und einen Vertriebsmitarbeiter ist ein Bußgeld von 2,4 Mio. Euro verhängt worden, teilte das Kartellamt am Mittwoch mit. Gegen zwei weitere Hersteller werde noch ermittelt.
Der Süßwarenkonzern Mars gehe als Kronzeuge straffrei aus. Die vier Unternehmen hätten sich untereinander zwischen März 2006 und Ende 2007 regelmäßig über Rabattforderungen großer Einzelhändler ausgetauscht. Dies sei zwar weniger gravierend als Absprachen über Preise oder Kunden, dennoch seien solche Absprachen unzulässig, teilte Kartellamtschef Andreas Mundt mit.
Laut einer Kartellamtssprecherin hatte Mars als Kronzeuge im Jahr 2008 mehrere Verfahren angestoßen und die Süßwarenbranche so in den Fokus der Wettbewerbshüter gerückt. Neben jenem Verfahren, in dem nun Haribo zur Kasse gebeten wird, laufen zwei weitere zumindest noch teilweise. In einem wurden im März 2011 gegen Unilever , Dr. Oetker und Kraft Foods Geldbußen von insgesamt 38 Mio. Euro verhängt, weil sie sich - gemeinsam mit Mars - unter anderem über geplante Preiserhöhungen bei Lebensmitteln wie Süßwaren ausgetauscht haben.
Hier wird noch gegen ein weiteres Unternehmen ermittelt. In einem dritten, ebenfalls 2008 durch Mars-Informationen gestarteten Verfahren geht es um Absprachen zwischen mehr als 20 Süßwarenunternehmen. Hier wurden bislang noch keine Bußgelder verhängt.