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Unglücklich ist Wilhelm über den Kauf seiner Firma durch die Chinesen nicht. Ganz im Gegenteil. Die Übernahme schaffe eine schlagkräftige Verbindung - zwischen der Technik und der Markenstärke von Sunways und der Fähigkeit der Chinesen, in einer weltweiten Struktur günstig zu produzieren.
Die Stärke der künftigen Mutterfirma sei, Wafer günstig zu herzustellen, also das Vorprodukt für Solarzellen. LDK könne künftig die gesamte Solarstrom-Palette abdecken, sagte Wilhelm. Auch die Solarzellen-Technologie sei interessant für den Konzern.
LDK hatte vor wenigen Tagen ein Drittel der Anteile des deutschen Solartechnik-Herstellers im Zuge einer Kapitalerhöhung erworben und bietet den übrigen Aktionären 1,90 Euro je Aktie. Der chinesische Konzern werde die Firma nach der geplanten Mehrheitsübernahme nicht von der Börse nehmen und strebe auch keinen Beherrschungsvertrag an, sagte der Sunways-Chef.
Die Solar-Krise hatte Sunways schwer getroffen. Im dritten Quartal musste das Unternehmen bei 23,3 Mio. Euro Umsatz - gerade einmal 40 Prozent des Vorjahreswerts - einen Betriebsverlust von knapp 12 Mio. Euro wegstecken. "Ob wir dieses Jahr schon in die schwarzen Zahlen kommen, ist derzeit schwer zu prognostizieren", sagte Wilhelm. "Wir sind natürlich bestrebt, dieses Ziel zu erreichen." Mit der chinesischen Gesellschaft im Rücken falle dies leichter: "2012 und 2013 wird die Solarbranche in Europa noch durch eine schwierige Phase gehen", sagte der Firmenchef.
Der Markenname bleibt
Die hauseigene Marke der Deutschen bleibe erhalten. "Es ist hoch attraktiv für LDK, künftig ein komplettes Produktspektrum mit der Premiummarke Sunways anbieten zu können", sagte Wilhelm. Das Konstanzer Unternehmen profitiere seinerseits von der neuen Konstellation. Denn es könne mit Hilfe des globalen Vertriebsnetzes der Chinesen schneller auf neue Märkte vordringen. So sei Sunways neuerdings in Australien mit eigenen Mitarbeitern aktiv. Auch ausgewählte Regionen in Asien, Kanada und den USA wolle Sunways bearbeiten.