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War da nicht etwas? Hatten sich nicht vor Weihnachten zwei der mächtigsten Männer der deutschen Wirtschaft, Cromme und Schulz, einen Showdown geliefert, wie er selbst in Chefetagen nur selten vorkommt? Einen Showdown, der mit der öffentlichen Demontage von Schulz endete?
In einer Pressekampagne war Schulz die nahezu alleinige Verantwortung für Milliardenverluste beim Bau neuer Stahlwerke in Brasilien und dem US-Bundesstaat Alabama zugeschoben worden. Schon am 14. November letzten Jahres bot der 70-Jährige seinen Rücktritt an, bestätigte nun Cromme. Dazu habe es seinerzeit aber keinen Anlass gegeben, sagt er.
Nur gute zwei Wochen später hatte sich das offenbar geändert, ohne dass die Sachlage eine andere gewesen wäre. Am 7. Dezember ließ sich Berthold Beitz, Chef des Hauptaktionärs Krupp-Stiftung, mit den Worten zitieren, er habe Schulz gebeten, seine Rolle zu überdenken. Ein klares Signal für Schulz, dass seine Mitarbeit im Kuratorium der Stiftung und im Aufsichtsrat nicht mehr erwünscht war. Er legte seine Mandate nieder.
Doch die Aktionäre entlassen auch Cromme nicht aus der Verantwortung für das Brasilien-Desaster. "Herr Cromme, wie oft waren Sie selbst in Amerika?", fragt Aktionär Bernd Günther. "Hat die Sonderabschreibungen wegen Brasilien nur eine Person zu verantworten oder ist nicht auch der Aufsichtsrat mitverantwortlich?" Applaus im Saal. Andere Aktionäre gehen noch weiter: "Der Aufsichtsrat ist seiner Aufsichtspflicht nicht nachgekommen", sagt Gottlob Stoll.