Bildmontage einer Einfahrt eines Transrapid in den Bahnhof München-Flughafen
Das deutsche Transrapid-Konsortium bestätigte, über eine Beratungsgesellschaft werde mit der Regierung in London über eine Nutzung gesprochen. Das Interesse, die Technik in die Überlegungen zur Verbindung britischer Ballungsräume einzubeziehen, sei zu begrüßen. Voruntersuchungen seien "sehr positiv" verlaufen. Der nächste Schritt wäre die Vereinbarung einer Machbarkeitsstudie.
Bei der geplanten Langstreckenverbindung geht es um eine knapp 800 Kilometer lange Nord-Süd-Strecke zwischen London und Glasgow. Mit einer Fahrtzeit von knapp drei Stunden sei dies "eine hochattraktive Verbindung", wie es beim Transrapid-Konsortium hieß. Nach einem Bericht der Zeitung "The Guardian" werden die reinen Baukosten für die Strecke über Birmingham, Manchester, Leeds, Newcastle und Edinburgh auf 16 Mrd. Pfund (24 Mrd. Euro) geschätzt. Das Eisenbahn-Netz in Großbritannien gilt als stark sanierungsbedürftig.
Im kommerziellen Einsatz fährt der Transrapid schon in China auf einer 30 Kilometer langen Strecke zum internationalen Flughafen von Shanghai. Die Magnetbahn wird von einem Gemeinschaftsunternehmen von
Siemens und
ThyssenKrupp gebaut.
Inlandsflugverkehr praktisch überflüssig
Die Berater von Regierungschef Tony Blair haben dem Bericht zufolge gesagt, dass die "Umweltdividende" einer solchen Magnetbahn sehr hoch wäre, weil sie den Inlandsflugverkehr praktisch überflüssig machen würde. Zudem könnte sie die chronische Verstopfung der einschlägigen Schienen- und Straßenverbindungen lindern. Die Fahrt von London nach Glasgow würde mit dem Transrapid eine Stunde und 40 Minuten dauern, hieß es.
Schatzkanzler Gordon Brown besichtigte die Shanghaier Magnetbahn im Februar. Der "Guardian" zitierte den Schanghaier Transrapid-Sprecher Jochen Kruse mit den Worten: "Wir haben bereits mit Downing Street Nr. 10 gesprochen - jetzt ist das Transportministerium an der Reihe." Seiner Ansicht nach bietet die hügelige Topographie der Insel ideale Voraussetzungen für die aufgeständerte Trasse des Transrapid, der deutlich steilere Steigungen verkrafte als herkömmliche Züge
Kruse sagte, falls es grünes Licht aus der Londoner Regierung gäbe, könnte Transrapid innerhalb von 18 Monaten mit detaillierten Plänen aufwarten. Der Bau würde allerdings mehrere Jahre dauern.