Bildmontage einer Einfahrt eines Transrapid in den Bahnhof München-Flughafen
"Das gibt einen neuen Rückenwind, einen neuen Schub für den Transrapid", sagte Stolpe. Der Transrapid, der bislang nur in China fährt, sei ein Symbol für die technologische Stärke Deutschlands und eine "Trumpfkarte für die deutsche Wirtschaft". Deshalb sei es wichtig, die Technologie nicht nur im Ausland, sondern auch im Inland voranzubringen.
Der Transrapid treffe international auf große Aufmerksamkeit, sagte Stolpe und führte als Beispiel die USA an. Schon in nächster Zeit könnten neue Chancen aufkommen. "Hochwertige Punkt-zu-Punkt-Verbindungen sind ein Marktsegment für die Magnetschwebebahntechnik, wie ernsthafte Interessenbekundungen auch aus dem Ausland zeigen", sagte Stolpe. "Das Programm könnte auch dem nächsten in China anstehenden Projekt Schanghai-Hangzhou zum Durchbruch verhelfen, da die Verbesserungen in Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit insbesondere durch Senkung der Betriebskosten auch Fernverkehrsanwendungen zu Gute kommen", sagte er.
Siemens wirbt für Trasse in München
Siemens-Bereichsvorstand Jörn Sens sagte, durch das Weiterentwicklungsprogramm werde der zunächst für Fernverbindungen konzipierte Transrapid vielseitiger und wirtschaftlicher. Damit werde der Zug seine Marktchancen besser nutzen und neue Potenziale erschließen können. Gerade mit Blick darauf sei es für die Industrie unverzichtbar, dass es zur geplanten Transrapid-Strecke in München vom Flughafen zum Hauptbahnhof komme. Stolpe erwartet in der zweiten Hälfte 2006 einen Planfeststellungsbeschluss, der den Weg zu dieser ersten kommerziellen Transrapid-Strecke in Deutschland freimacht.
Mit dem Programm sollen vor allem die Teilsysteme Fahrzeug, Antrieb und Betriebsleittechnik fortentwickelt werden. Ursprünglich war die Magnetschwebebahn vor allem für den Fernverkehr vorgesehen und solle nun für einen Einsatz auch im Nahverkehr entwickelt werden. Mit Blick auf die in München geplante 37 Kilometer lange Transrapid-Verbindung zwischen Flughafen und Hauptbahnhof sagte Stolpe weiter: "Es ist Zeit, dass wir das jetzt machen."
Der Betriebsratsvorsitzende von ThyssenKrupp, Thomas Schlenz sagte: "Für die Arbeitnehmer in Kassel und an den anderen Transrapid-Standorten ist die Vereinbarung über das Programm eine gute Nachricht."
Bayerns Verkehrsminister Otto Wiesheu begrüßte die Vertragsunterzeichnung. "Es ist gut, dass die Bundesregierung sich zum Transrapid bekennt", sagte Wiesheu und fügte ähnlich wie Stolpe hinzu: "Deutschland braucht den Transrapid im Land." Wiesheu forderte den Bund auf, die für die Steckenplanung notwendigen Mittel rasch freizugeben.
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