FTD.de » Unternehmen » Industrie » Rolls-Royce verzögert 787-Auslieferung auf 2011

Merken   Drucken   27.08.2010, 13:53 Schriftgröße: AAA

Triebwerksprobleme: Rolls-Royce verzögert 787-Auslieferung auf 2011

Jetzt hat Boeings neuer Langstreckenflieger 787 auch noch Probleme mit den Rolls-Royce-Triebwerken. Die Erstauslieferung werde sich daher nochmals verzögern, auf nunmehr Mitte Februar 2011, teilt der US-Flugzeughersteller mit. von Gerhard Hegmann  München
Jetzt ist es offiziell: Das neue Boeing -Modell 787 Dreamliner wird erst 2011 ausgeliefert. Als neues Datum wird jetzt Mitte des ersten Quartals angepeilt, weil es ein zusätzliches Problem gibt. Bei einem 787-Testtriebwerk des großen britischen Herstellers Rolls-Royce  gab es jüngst einen Zwischenfall. Dabei wurden offensichtlich intern Teile des Triebwerks vom Typ Trent 1000 zerstört. Würde dies während eines Fluges passieren, wäre es ein enormes Sicherheitsproblem. Jetzt muss die Ursache genau untersucht und die Konsequnzen gezogen werden.
Der Boeing 787 Dreamliner wird erst 2011 ausgeliefert   Der Boeing 787 Dreamliner wird erst 2011 ausgeliefert
Der 787 Dreamliner kann je nach Kundenwunsch entweder mit einem Antrieb von Rolls-Royce oder des US-Herstellers General Electric  ausgerüstet werden. Der japanische 787 Erstkunde All Nippon Airways hat sich für Rolls-Royce entschieden. Boeing hat in den ersten Testmodellen bereits beide Triebwerkstypen im Flug erprobt.
Die Triebwerksprobleme sind ein zusätzliches Handicap für die Zulassung und Erstauslieferung des Flugzeugs. Nach fünf Verzögerungen hatte Boeing zuletzt eine Auslieferung zum Jahresende, oder allenfalls "in den ersten Wochen 2011" in Aussicht gestellt. Nun wird es Mitte Februar.
Beoeing teilte mit, dass die neuerliche Verzögerung keinen Einfluss auf die Finanzprognose des Konzerns habe. Zuletzt hatten Probleme mit dem Heckleitwerk sowie mit der Instrumentierung des Flugzeugs für Verzögerungen gesorgt. Ursprünglich sollte der Dreamliner 787 erstmals im Mai 2008 ausgeliefert werden. Jetzt summieren sich die Verzögerungen auf annähernd drei Jahre.
Das Modell 787 ist das erste große Passagierflugzeug, dessen Rumpf und Flügel fast vollständig aus leichten Faserverbundstoffen und nicht mehr aus Aluminium besteht. Zu den Verzögerungen trägt maßgeblich bei, dass Boeing die Produktion der Teile fast vollständig an Firmen auf fast allen Kontinenten ausgelagert und dabei die Kontrolle über die Zulieferungen verloren hat.
  • Aus der FTD vom 27.08.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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