Einen Zeitrahmen dafür hat das Unternehmen bislang nicht genannt. Durch die Übernahme des größten deutschen Baukonzerns wollen die Spanier Europas Nummer eins werden. Der Hochtief-Vorstand wehrt sich mit Nachdruck gegen die drohende Übernahme. Alle Abwehr-Maßnahmen hatten die Spanier jedoch bislang nicht stoppen können.
Hochtief-Chef Herbert Lütkestratkötter bot ACS nach Bekanntwerden der Zahlen Gespräche an. "Wir werden ausloten, wie die künftige Zusammenarbeit aussehen kann", sagte er am Donnerstag. Hochtief werde dabei aber im Interesse "aller Aktionäre" handeln. Es könne kurzfristig zu einem Treffen mit ACS-Chef Florentino Perez kommen. Thema dabei könnte auch eine Investorenvereinbarung sein. Durch eine solche Übereinkunft war etwa das Ende der Übernahmeschlacht zwischen Continental und Schaeffler besiegelt worden.
Aus dem Amt scheiden will Lütkestratkötter, der sich vehement für die Unabhängigkeit von Hochtief eingesetzt hat, nicht. Er arbeite mit "voller Kraft für das Unternehmen" - und habe nicht die Absicht, diese Arbeit zu beenden. Vorantreiben will Lütkestratkötter den Verkauf der Sparte Concessions. Die Deutsche Bank und die RBS seien als Berater mandatiert worden.
Analysten vermuten, dass ein Verkauf der Flughafen-Sparte den Hochtief-Aktien Schub geben könnte. Für ACS würde es dann teurer, nach der Mehrheit bei Hochtief zu greifen.
ACS hat trotz seines Erfolgs im Kampf um die Übernahme von Hochtief kräftige Kursverluste an der Madrider Börse erlitten. Die Kurse, deren Notierung am Donnerstagvormittag zunächst für eine Stunde ausgesetzt worden war, gaben anschließend um etwa 9,0 Prozent nach.
Das wurde vor allem darauf zurückgeführt, dass der Investmentfonds Alba seine ACS-Anteile von 5,0 Prozent zum Verkauf angeboten hatte. Der Kurs der ACS-Aktien war schon am Vortag um 1,57 Prozent auf 37,345 Euro gefallen.