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Merken   Drucken   14.12.2011, 09:13 Schriftgröße: AAA

Umstrittene Hauptversammlung: Aktionärin zieht gegen Porsche vor Gericht

Der gescheiterte VW-Übernahme durch den Sportwagenbauer beschäftigt erneut die Justiz. Das Oberlandesgericht Stuttgart verhandelt, ob die Entlastung des Porsche-Aufsichtsrats rechtens war. Die Chancen der Klägerin stehen schlecht. von Annette Berger 
Die Ereignisse um Porsche  und die versuchte Übernahme des viel größeren VW -Konzerns sind am Mittwoch um 11 Uhr Thema vor dem Oberlandesgericht Stuttgart. Die Klägerin wirft dem Porsche-Vorstand vor, er sei seinerzeit unverantwortliche Risiken eingegangen, als er Optionsgeschäfte wagte und den Erwerb von VW-Stammaktien vorantrieb. Der Aufsichtsrat hätte im Geschäftsjahr 2008/09 besser kontrollieren müssen.
Kursinformationen und Charts
  Porsche 41,46 EUR  [-0.01 -0,02%
  Volkswagen 129,1 EUR  [-1.45 -1,11%
Die Verhandlung ist ein Teil in einem ganzen Gewirr von juristischen Scharmützeln rund um die Verschmelzung von VW und Porsche. Der Ärger ist ein Grund dafür, warum die Integration von Porsche in den VW-Konzern stockt.
Einst hatte das Management des Stuttgarter Sportwagenherstellers um Porsche-Chef Wendelin Wiedeking versucht, mit Finanztricks den viel größeren Rivalen aus Wolfsburg zu schlucken. Schließlich drehte Volkswagen den Spieß um. Wichtige Manager wie Wiedeking mussten das Unternehmen verlassen. Unter dem Dach der Porsche-Holding sind 50,1 Prozent der Anteile an der Porsche AG und 50,7 Prozent gebündelt, die die Stuttgarter an VW halten.
Im Mai hatte die Frau vor dem Landgericht Stuttgart eine Niederlage einstecken müssen. Die Entlastung des Aufsichtsrates der Porsche Automobil Holding SE durch die Hauptversammlung im Januar 2010 sei rechtens gewesen, urteilten die Richter damals.
Rückblick: Da die Staatsanwaltschaft Anfang 2010 unter anderem wegen des Verdachts auf Kursmanipulation gegen frühere Porsche-Vorstände ermittelte, wurde bei der Hauptversammlung des Autobauers am 29. Januar 2010 beantragt, die Entlastung des Aufsichtsrates zu verschieben. Doch der Antrag wurde abgeschmettert. Die Aktionärin zog daraufhin vor Gericht. Sie warf dem Aufsichtsrat vor, den Vorstand von Porsche nicht genug beaufsichtigt zu haben
Nach Ansicht des Stuttgarter Gerichts gab es damals aber nur Verdachtsmomente gegen die Vorstände, so dass eine eindeutige Pflichtverletzung nicht vorlag. Deshalb habe der Aufsichtsrat durchaus entlastet werden können, meinten die Richter. Beobachter räumen der Anfechtung der Beschlüsse der Porsche-Hauptversammlung in der zweiten Instanz daher kaum Aussichten auf Erfolg ein.
05:18:42 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
Porsche 41,46 EUR   -0,02%  -0.01
Volkswagen 129,1 EUR   -1,11%  -1.45
  • FTD.de, 14.12.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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