Die "künstlerische Beraterin" Lindsay Lohan (r.) und Designerin Estrella Archs bei der Präsentation ihrer ersten und einzigen gemeinsamen Ungaro-Kollektion in Paris 2009
Dabei sah doch alles sah so gut aus, als Emanuel Ungaro, Sohn eines italienischen Schneiders, 1967 sein erstes Geschäft auf der Pariser Avenue Montaigne eröffnete. Die glamourösen Faltenkleider trafen mit ihren knalligen Farben den Geschmack wohlhabender Hippiesympathisantinnen. Der Name sprach sich herum. Bald lizensierte Ungaro ihn als Duft, mit einer günstigeren Modelinie für Kaufhäuser verdiente er gutes Geld. In den 80er- und frühen 90er-Jahren kletterten die Umsätze auf weit über 100 Mio. Euro. Besser sollte es nicht mehr werden für Ungaro.
Das beschleunigte Tempo der Modewelt hat in den vergangenen Jahren schon einige große Namen abgehängt. Christian Lacroix etwa, die gleichnamige Marke des französischen Designers, musste 2009 Insolvenz anmelden und besteht heute nur noch als Lizenzgeber. Mit den extravaganten Kleidern ließ sich kein Geld verdienen. Pierre Cardin wiederum verdient zwar Geld, hat sich mit Hunderten von Lizenzen aber derart verzettelt, dass Experten die überspreizte Marke als charakterlos wahrnehmen.
Im Fall von Ungaro aber hat das Unheil einen Namen: Lindsay Lohan. Nachdem auch der italienische Schuhmacher Ferragamo, der sich 1996 mit dem Kauf von Ungaro Modekompetenz ins Haus holen wollte, das Unternehmen nicht in den Griff bekam, verkauften er es an Asim Abdullah. Der Computeringenieur aus dem Silicon Valley hatte mit seinem Softwarehaus Veo Systems so viele Millionen verdient, dass er 2005 einige davon opferte, um sich mit Ungaro ein Luxusspielzeug zuzulegen.