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04.02.2011, 10:53
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Unruhen in Ägypten:
Desertec soll Nordafrika stabilisieren
Die Aufstände in Ägypten und Tunesien spielen den Kritikern des Wüstenstromprojekts in die Hände. Doch die Planer der Energieinitiative geben sich zuversichtlich: Die Solar- und Windkraftwerke sollen den Ländern den ersehnten wirtschaftlichen Fortschritt bringen.
von Georgia Hädicke, Hamburg
und Kathrin Werner München
Das Energieprojekt Desertec soll trotz der Unruhen in Nordafrika in den kommenden Jahren Gestalt annehmen. Die Münchner Planungsgesellschaft der Desertec Industrie Initiative (DII) sieht sich durch die Demonstrationen in Ägypten, Tunesien und dem Jemen bestätigt: "Gerade jetzt müssen wir zeigen, dass Desertec nicht bloß ein Projekt zur Energieversorgung ist, sondern auch die positiven und gewünschten Nebeneffekte betonen", sagte DII-Sprecher Alexander Mohanty FTD.de.
Die Zukunft Afrikas: Skizze einer möglichen Desertec-Infrastruktur
In einer Pressemitteilung sagte DII-Chef Paul von Son: "Es geht auch um die Entwicklung neuer Industrien in Nordafrika und dem Nahen Osten, um die Schaffung von Arbeitsplätzen sowie Technologie- und Wissenstransfer." Zur aktuellen politischen Lage wollte man sich bei der DII jedoch nicht äußern. Die Desertec Stiftung in Hamburg teilte mit, dass die die Unruhen und Plünderungen weder Kraftwerke noch Stromleitungen im Fokus hätten.
Mit diesen Statements betonen die Projektplaner wie wichtig das Energiekonzept aus ihrer Sicht für die langfristige Stabilisierung der Region Nordafrika ist. Ziel von Desertec ist es, bis 2050 in ganz Nordafrika Solar- und Windenergieparks zu errichten. Die Kraftwerke sollen sowohl die nordafrikanischen Länder als auch Europa mit Strom versorgen. Mehrere deutsche Industrieunternehmen sind an der Initiative beteiligt, darunter die Energiekonzerne
Eon und
RWE , sowie
Siemens und der Rückversicherer
Munich Re .
Kurzfristig fehlen die Ansprechpartner
Kritiker der Initiative hatten in der Vergangenheit hatten immer wieder die politischen Probleme der Region Nordafrika ins Feld geführt. So hatte beispielsweise
Solarworld -Chef Frank Asbeck 2009 gesagt, dass man sich durch den Bau solcher Energieanlagen in eine Abhängigkeit instabiler Staaten begebe.
Bei den Desertec-Planern ist man jetzt jedoch mehr denn je davon überzeugt, den politischen Umbruch beispielsweise in Ägypten und Tunesien mit gestalten zu können. Da die Unzufriedenheit in diesen Staaten zu großen Teilen auf die hohe Arbeitslosigkeit zurückzuführen ist, sieht die Stiftung besonders hier die Vorteile ihres Engagements: Man wolle Arbeitsplätze schaffen, Infrastruktur aufbauen und Investitionen fördern, heißt es in der Pressemitteilung der Stiftung. Man hoffe daher, dass die Solarpläne Tunesiens und Ägyptens fortgeführt werden, nachdem sich die Situation beruhigt hat.
Kurzfristig haben die Planer allerdings mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen. In Tunesien waren zuletzt intensive Verhandlungen mit nun abgesetzten Regierung geführt worden. Nun sind die Ansprechpartner unklar.
Teil 2: "Arbeitsplätze für qualifizierte Einheimische"
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FTD.de, 04.02.2011
© 2011 Financial Times Deutschland,
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