Der Pokal und das Logo der Fussball Weltmeisterschaft 2006
Die drei beauftragten Werbeagenturen streiten derzeit um Inhalte und rangeln um Kompetenzen. Jetzt drohen die ersten Unternehmen damit, ihr Engagement zu beenden, weil sie sich nicht gut repräsentiert fühlen. "Wir sind mit der Prämisse da hineingegangen, dass es in der Kampagne auch um Fußball geht", sagte Stephan Grühsem, der in dieser Angelegenheit den Volkswagen-Konzern vertritt. "Das ist aktuell nicht gewährleistet." Wenn das so bleibe, werde seine Firma kein Geld ausgeben. Auch Siemens-Manager Dirk Miller ist unzufrieden: "So klar ist das noch nicht, dass wir im Boot sind."
Laufen der WM-Kampagne tatsächlich die Sponsoren weg, so wäre dies eine Blamage für Bundeskanzler Gerhard Schröder. Er hatte den Werbefeldzug selbst initiiert, um Deutschland als modernes und innovatives Land zu präsentieren.
Entstanden ist das Chaos vor allem deshalb, weil der Zuschlag auf drei Agenturen verteilt wurde: Die Opposition hatte zunächst kritisiert, die Bundesregierung könnte die Unterstützung der Wirtschaft für die Bundestagswahl im Jahr 2006 ausnutzen. Deswegen beauftragten der Bundesverband der Deutschen Industrie und die Bundesregierung die drei Agenturen Scholz & Friends (S&F), Zum goldenen Hirschen und Lowe gemeinsam. Zum goldenen Hirschen ist die Hausagentur der Grünen, S&F-Chef Thomas Heilmann ist CDU-Mitglied und ein Vertrauter von Angela Merkel.
In der vergangenen Woche entstand der Eindruck, allein die S&F-Kampagne "Land der Ideen", die sich an ausländische Investoren richtet, würde umgesetzt. "Das war nicht vereinbart. Wir wollten zuerst Gespräche abwarten, wie einzelne Teile der anderen Agenturen integriert werden können", sagte Siemens-Vertreter Dirk Miller. Nur wenn bei der nächsten Präsentation am 24. Februar ein "stimmiges und schlüssiges Konzept vorgelegt wird", werde sich auch Volkswagen nicht sperren, sagte Grühsem.