Nach FTD-Informationen soll der Kölner Anwalt Klaus Hubert Görg den Pharmahersteller Ratiopharm und einen Großteil am Zementkonzern Heidelberg Cement verantworten, die zur Familienholding VEM gehören. Harald Wiedmann von der Kanzlei Gleiss Lutz sei für den Pharmahändler Phoenix vorgesehen. Diese beiden würden die Ämter mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit bekommen, sagten am Dienstag Kenner des Auswahlprozesses.
Damit käme ein Anfang Januar begonnenes Verfahren mit wochenlanger Verspätung zum Ende. Schon mehrmals gab es aussichtsreiche Kandidaten, die schließlich von einer der vielen beteiligten Parteien doch noch abgelehnt wurde. Dieses Risiko sei jetzt sehr gering, hieß es am Dienstag am späten Nachmittag.
Görg leitet eine Kölner Sozietät mit 150 Anwälten. Wiedmann arbeitet für die Kanzlei Gleiss Lutz und war von 1998 bis 2005 Chef der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG in Deutschland. Zu den Kandidaten hatte auch Reinhard Pöllath von der Münchner Kanzlei Pöllath + Partners gehört. Alle drei haben eine Stellungnahme abgelehnt. Weitere Kandidaten waren zuvor Insolvenzverwalter Jobst Wellensiek und der ehemalige Vizechef der DG Bank Karl-Herbert Schneider-Gädicke gewesen. VEM wollte sich am Dienstag nicht äußern, ebenso wenig die federführenden Banken.
Die Firmengruppe des Industriellen
Adolf Merckle war Ende vergangenen Jahres in eine finanzielle Schieflage geraten. Die Banken drangen auf Rückzahlung von Krediten und einigten sich nach wochenlangen Verhandlungen auf ein Rettungspaket. Merckle wählte daraufhin den Freitod.
Auf Druck der 30 Gläubigerbanken muss die Familie sich von einem Teil ihrer Firmen trennen. Der Verkaufsprozess soll von den Treuhändern beaufsichtigt werden. Die Anwälte sollen gemäß der Vereinbarung von beiden Seiten gutgeheißen werden.
Heidelberg Cement gilt als dringlichster Fall, weil das Unternehmen mit zuletzt 12 Mrd. Euro verschuldet war und im kommenden Jahr mehrere Milliarden zurückzahlen muss.