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15.09.2011, 21:50
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Verbraucherportal im Zwielicht:
Verivox soll früh von Problemen bei Teldafax gewusst haben
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2010 ddp
Exklusiv
Der bei Millionen Stromkunden beliebte Vergleichsrechner hätte nach FTD-Informationen schon 2009 von Zahlungsproblemen bei Teldafax wissen müssen - lange vor der Insolvenz des Energieanbieters. Dennoch vermittelte Verivox weiter Zehntausende Kunden an die Firma.
von Heinz-Roger Dohms, Frankfurt
Im Insolvenzfall Teldafax mit Hunderttausenden betroffenen Kunden rückt nun die Rolle des Verbraucherportals Verivox in den Fokus: Nach FTD-Informationen gibt es Hinweise darauf, dass Verivox-Manager schon 2009 von Liquiditätsschwierigkeiten bei dem Stromanbieter wussten - knapp zwei Jahre vor der Pleite. Im Spätsommer 2009 sei die Zahlung von Provisionen an Verivox und andere Vertriebspartner über Wochen ausgesetzt gewesen, sagte ein früherer Teldafax-Manager. Er stützte seine Aussagen gegenüber der FTD mit einer eidesstattlichen Versicherung. Verivox weist die Behauptungen im Kern zurück.
Teldafax hatte mutmaßlich über Jahre ein Schneeballsystem betrieben. Dieses funktionierte so lange, wie immer neue Kunden mit Vorkassezahlungen die Defizite im laufenden Geschäft deckten. Preisvergleichsportale wie Verivox waren für dieses Geschäftsmodell existenziell: Sie schleusten dem Discount-Stromanbieter einen Großteil der Verbraucher zu.
Allein über Verivox gelangten Zehntausende Kunden zu Teldafax, auch weil die Vergleichsrechner Anbieter mit Vorkassemodellen damals systematisch bevorzugten - und heute immer noch tun. Im Gegenzug zahlte Teldafax besonders hohe Provisionen an Verivox und andere Webportale wie Check24. Mitte Juni dieses Jahres meldete Teldafax Insolvenz an und stellte die Energielieferungen ein. Leidtragende sind die Kunden, die ihren Strom im Voraus bezahlt haben.
Im Spätsommer des Jahres 2009 habe sich die Liquiditätskrise bei Teldafax erstmals dramatisch zugespitzt, sagte der frühere Topmanager. Daraufhin seien die Provisionszahlungen für mehrere Wochen ausgesetzt worden - allein bei Verivox sei es um rund 1,2 Mio. Euro gegangen.
Der damalige Teldafax-Chef Klaus Bath habe intern versichert, dass er die Vertriebspartner über die Probleme informiert habe. "Aber selbst wenn er das nicht getan hat, muss Verivox von den Liquiditätsschwierigkeiten bei Teldafax gewusst haben. Verivox hat damals ordentlich Druck gemacht, weil es schon in den Wochen zuvor zu regelmäßigen Zahlungsverzögerungen gekommen war."
Teil 2: "Keine auffallenden Zahlungsverzögerungen"
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Aus der FTD vom 16.09.2011
© 2011 Financial Times Deutschland,
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