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09.03.2011, 09:02
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Verzicht auf Aufsichtsrat:
VW scheut Konflikt mit BMW in SGL-Carbon-Schlacht
Exklusiv
Mit dem überraschenden Einstieg beim Karbonspezialisten sorgte Volkswagen für Verstimmungen unter den Autobauern. Die Wolfsburger wollen nun mittels Verzicht auf einen Aufsichtsratsposten die Wogen glätten. Doch auch ohne direktes Mandat in dem Gremium verfügt VW über beste Drähte.
von Margret Hucko ,
Sven Oliver Clausen Hamburg
und Klaus Max Smolka Frankfurt
Volkswagen hält sich beim Materialzulieferer
SGL Carbon zurück und sieht von einem Sitz im Aufsichtsrat ab. "Das ist kein Thema", sagte ein VW-Sprecher der Financial Times Deutschland auf Anfrage: "Es gibt auch keine Planung dazu." Nach dem überraschenden Einstieg bei SGL in der vergangenen Woche ist Volkswagen mit 8,18 Prozent zweitgrößter Anteilseigner des Karbonspezialisten aus Wiesbaden. Größter bleibt Skion - die Beteiligungsfirma von BMW-Großaktionärin Susanne Klatten, die auch eine Kontrollfunktion bei SGL ausübt.
BMW und der Karbonhersteller gründeten 2009 ein Joint Venture.
Mit dem Verzicht auf einen Sitz im Aufsichtsrat versucht VW offensichtlich, die Wogen zu glätten. Klattens Investmentvehikel Skion hatte verschnupft auf den Einstieg des Wolfsburger Autobauers reagiert und sogar gedroht, den eigenen Anteil von 22 Prozent auf mehr als 25 Prozent zu erhöhen. Damit besäße Klatten eine Sperrminorität. "Wir sehen das seitens Skion mit Distanz und Wachsamkeit", sagte ein Sprecher damals. Auch BMW-Chef Norbert Reithofer äußerte sich distanziert: "VW hat uns nicht unterrichtet." Damit widersprach Reithofer der Version von VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch, der öffentlich erklärt hatte, das VW-Engagement bei SGL sowohl mit Skion als auch mit BMW abgeklärt zu haben.
Aber auch ohne direktes Aufsichtsratsmandat verfügt VW über beste Drähte in das Kontrollgremium. Mit dem Chef des Maschinenbauunternehmens Voith, Hubert Lienhard, sitzt ein Verbündeter des VW-Konzerns im SGL-Aufsichtsrat. Voith hält gut fünf Prozent an SGL und schloss vor circa drei Wochen eine Entwicklungspartnerschaft mit der VW-Tochter Audi - einer der ärgsten BMW-Konkurrenten. Voith und Audi wollen die Industrialisierung von faserverstärkten Werkstoffen wie Karbon voranbringen. Ziel ist es, "die automobile Großserienproduktion voranzutreiben." SGL und BMW verfolgen mit ihrem Joint Venture den gleichen Plan.
Teil 2: Wo die Gefahren lauern
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Aus der FTD vom 09.03.2011
© 2011 Financial Times Deutschland,
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