Das Auto, ein Kompaktvan vom Typ VW Touran, soll pünktlich zu den Olympischen Spielen 2008 fertig sein und dort als Taxi eingesetzt werden. Mit diesem Schritt will VW sein Umweltimage stärken, das wegen der Debatte über gefährlichen Feinstaub in Dieselabgasen jüngst gelitten hatte. VW ist der weltweit größte Anbieter von Diesel-Pkw, bietet Feinstaubfilter für solche Fahrzeuge aber nur in begrenzter Stückzahl an. SAIC ist der größte chinesische Autohersteller und betreibt mit VW in Shanghai ein Gemeinschaftsunternehmen.
Rückstand zu Japanern
Die Hybrid-Partnerschaft von
VW und SAIC ist in dieser Woche bereits die dritte Initiative von deutschen Autofirmen, um im Hybridgeschäft den Rückstand zu den Japanern aufzuholen. Zunächst hatten die Zulieferer
Continental und ZF angekündigt, gemeinsam Hybridantriebe zu entwickeln. Dann trat
BMW der Hybrid-Allianz von
DaimlerChrysler und
General Motors bei.
Der Hybridantrieb kombiniert einen normalen Verbrennungsmotor mit einem Elektromotor. Weil ein Teil der Bremsenergie zurückgewonnen wird, sind Hybridautos bis zu 30 Prozent sparsamer. Derzeit bieten nur
Toyota und
Honda solche Pkw in nennenswerten Stückzahlen an. Weil die Technik jedoch als Alternative zum nicht minder sparsamen Diesel gilt, entwickeln alle namhaften Hersteller solche Antriebe.
Hohe Wachstumsraten
Einer Studie der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (PwC) zufolge wird der Absatz an Hybridfahrzeugen bis 2010 von jetzt 245.000 auf 916.000 Autos pro Jahr steigen. "Die Wachstumsraten für Hybridfahrzeuge sind zwar sehr hoch, die Stückzahlen aber noch gering", sagt PwC-Vorstand Franz Wagner. 2010 werden weltweit voraussichtlich 69 Millionen Autos gebaut, zehn Prozent mehr als heute.
Einer der wichtigsten Wachstumsmärkte ist China. "Das Interesse Chinas an der zukunftsweisenden Antriebstechnologie darf nicht unterschätzt werden", heißt es in der PwC-Studie. Denn die Volksrepublik räume dem schonenden Umgang mit Energieressourcen und der Verbesserung der Luftqualität neuerdings einen hohen Stellenwert ein.
Den größten Fertigungsstandort sehen die PwC-Experten in fünf Jahren mit 490.000 Stück in der Region Asien-Pazifik. "In den USA besetzen Hybridantriebe das Segment für Benzin sparende Motoren", sagt Albrecht Denninghoff, Analyst von der HypoVereinsbank. Dieselmotoren, die in Europa bevorzugt werden, warten in den USA noch auf den Durchbruch. Deshalb wird VW bis 2008 in den USA zwar einen Jetta mit Hybridantrieb anbieten. Ein Einsatz dieser Technologie in Europa sei derzeit noch nicht vorgesehen, sagte ein VW-Sprecher.