Ein Blick in die Werkshalle: Golfmontage in Wolfsburg
Der Betriebsrat stimmte am Dienstag einem mit der Werksleitung ausgehandelten Kompromiss endgültig zu, der die Produktivität des bei weitem nicht ausgelasteten Stammwerks maßgeblich erhöhen soll. Nach der Einigung habe der Vorstand entschieden, im nächsten Jahr mehr als 390.000 Fahrzeuge in Wolfsburg zu produzieren, teilte
VW mit. Das seien 90.000 mehr als ohne das neue Schichtmodell.
Erreicht werden sollen die Einsparungen durch den Wegfall von bestimmten bezahlten Pausen und Nachtzuschlägen. Die neue Regelung sieht an vier Wochentagen einen Drei-Schicht-Betrieb mit je 7,2 Stunden Arbeitszeit vor. Der bislang übliche und als gesundheitsschädlich geltende Wechselschichtbetrieb entfällt nach Angaben einer Unternehmenssprecherin weitgehend.
Bänder werden angehalten
Zwischen den Schichten werden die Bänder für Wartungsarbeiten und Materialnachschub angehalten. Die bei VW geltende 28,8-Stundenwoche bleibt erhalten. Durch die Einigung sollen nach Betriebsratsangaben 5300 Arbeitsplätze in der Golf-Fertigung gesichert werden. Ursprünglich hatte VW das neue Modell bereits nach den Sommerferien einsetzen und deutlich mehr einsparen wollen.
Volkswagen hatte unlängst mit dem Betriebsrat für die Werke in Wolfsburg und Emden Einsparungen vereinbart, um damit den Bau einzelner Modelle zu sichern. Die Vereinbarungen sind Teil der Strategie des Vorstands, die Kosten drastisch zu senken und die Effizienz zu erhöhen. Über das Gesamtpaket soll der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am Freitag entscheiden. Dann soll Sanierer Wolfgang Bernhard seine Sparvorschläge für die Markengruppe VW erläutern. Binnen drei Jahren will der Konzern rund 10 Mrd. Euro einsparen und den Vorsteuergewinn bis 2008 um 4 Mrd. Euro auf 5,1 Mrd. Euro steigern.
Die VW-Aktie legte am Dienstag mehr als ein Prozent auf 46,95 Euro zu.