VW-Personalchef Peter Hartz experimentiert mit Arbeitszeitmodellen
Medienberichten zufolge will Europas größter Autokonzern in Wolfsburg die Frühschicht künftig drei Tage in der Woche jeweils zehn Stunden lang arbeiten lassen. Auf diese Weise würde die Nachtschicht entfallen. Dadurch würden Zulagen in Höhe von 67 Mio. Euro jährlich eingespart, berichten die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" und das "Handelsblatt". Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen, wurde ein VW-Sprecher zitiert. Beim Betriebsrat stößt der Vorschlag auf Kritik.
28,8-Stunden-Woche
Dem Modell zufolge sollen die Arbeiter in Wolfsburg nach den Sommerferien jeweils von Montag bis Mittwoch beziehungsweise von Donnerstag bis Samstag in zwei Frühschichten je zehn Stunden pro Tag arbeiten. Abzüglich der Pausen ergäbe sich eine 28,8-Stunden-Woche, die unterste Stufe dessen, was der Tarifvertrag vorsieht. Hinzu kommen soll eine Spätschicht, die von Montag bis Freitag jeweils sechs Stunden laufen soll.
Schon seit einigen Jahren experimentiert VW mit neuen Arbeitszeitmodellen, um Lohnkosten zu verringern und Massenentlassungen zu verhindern. So wurden die Vier-Tage-Woche und das Projekt "5000 x 5000" eingeführt, mit dem Volkswagen 5000 Arbeitslose für je 5000 DM einstellen wollte. Allerdings ist die Zahl von 5000 neuen VW-Arbeitern auch Jahre nach Beginn des Projekts noch nicht erreicht.
Absatzeinbruch in den USA
Am Mittwoch war bekannt geworden, dass Volkswagen im Mai auf dem wichtigen US-Markt einen weiteren herben Absatzeinbruch erlitten hat. Während die anderen deutschen Autobauer ihre Absätze durchweg steigern konnten, brach der Absatz der Marke VW um 37,1 Prozent ein.
Die Analysten der Hypo-Vereiensbank haben die Aktien des VW-Konzerns auf von "Buy" auf "Outperform" heruntergestuft. Die aktuelle Euro-Abwertung begünstige zwar
Volkswagen , sei aber ein kurzfristiges Phänomen, erklärten die Analysten. Die VW-Aktien notierten am Vormittag leicht im Minus bei 36,47 Euro.