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Merken   Drucken   11.10.2005, 15:32 Schriftgröße: AAA

VW will offene Beziehung mit Porsche  

Volkswagen pocht trotz des Einstiegs von Porsche auf seine Unabhängigkeit und verteidigt weitere Kooperationen mit dem Stuttgarter Sportwagenbauer. VW rechnet mit Einsparungen von 1 Mrd. Euro durch die geplante Zusammenarbeit mit dem neuen Hauptaktionär.
Ein VW-Porsche 914, eine Co-Produktion von Volkswagen und Porsche   Ein VW-Porsche 914, eine Co-Produktion von Volkswagen und Porsche
"Für VW bringt die Zusammenarbeit finanzielle Vorteile", sagte VW-Vorstandschef Bernd Pischetsrieder am Dienstag. Pischetsrieder wollte damit Befürchtungen ausräumen, wonach Porsche als einflussreichster Aktionär bei VW nun gemeinsame Projekte zum Nachteil der Wolfsburger durchdrücken könnte.
VW werde sich keineswegs nur an einen einzelnen Partner binden, heißt es in am Dienstag veröffentlichten Unterlagen des Konzerns. Bereits bestehende Kooperationen sowie künftige gemeinsame Projekte mit anderen Herstellern würden durch die Zusammenarbeit mit Porsche nicht beeinflusst. Entscheidungskriterium für weitere Kooperationen sei die Wirtschaftlichkeit für beide Seiten.
Pischetsrieder sagte, dass gemeinsame Projekte beiden Firmen nutzen sollten. So könnten zum Beispiel Kosten für die Entwicklung neuer elektronischer Systeme geteilt werden. Er erinnerte an das Geländewagenprojekt Touareg/Cayenne, das ohne die Beteiligung von Porsche nicht so profitabel hätte durchgezogen werden können. Allein ein Drittel der Entwicklungskosten habe Porsche bezahlt. Auch die Auslastung der VW-Fabriken könnte durch die Zusammenarbeit erhöht werden. Allerdings könne VW auch weiterhin mit anderen Autofirmen Projekte vereinbaren, etwa mit DaimlerChrysler. Bisher betreffe die Zusammenarbeit mit Porsche weniger als fünf Prozent des gesamten Absatzvolumens.
Der Stuttgarter Sportwagenbauer hatte vor zwei Wochen seinen Einstieg bei VW angekündigt und sich bis zum vergangenen Freitag gut 18,5 Prozent der Anteile gesichert. Damit stieg Porsche zum größten Einzelaktionär bei Volkswagen vor dem Land Niedersachsen auf. Zudem könnte Porsche den Anteil um weitere 3,4 Prozent aufstocken.
Pischetsrieder verhandelt mit Wiedeking
Der Aufsichtsrat von Volkswagen hatte am Montag den Vorstand beauftragt, einen Grundlagenvertrag für die künftige Zusammenarbeit mit Porsche zu verhandeln. In dem Vertrag soll ein fairer Interessenausgleich mit dem Sportwagenhersteller hergestellt werden, wie VW mitteilte. Pischetsrieder habe bereits mit Porsche-Chef Wendelin Wiedeking über die Grundzüge eines Vertrages zur Zusammenarbeit gesprochen. Sie seien einig in der Auffassung, dass gemeinsame Projekte beiden nützen müssten.

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Volkswagen St. 121,7 EUR   -0,16%  -0.2
  • FTD.de, 11.10.2005
    © 2005 Financial Times Deutschland,
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