Die Bundeswehr ist einer der Hauptkunden von Heckler & Koch
Als nächstes sei geplant, den Waffenhersteller in Frankfurt und London an die Börse zu bringen, um an frisches Kapital zu kommen, sagte eine Sprecherin. Dadurch soll die Verschuldung der Unternehmensgruppe gesenkt werden. Einen Termin für den Börsengang nannte die Sprecherin nicht. Heckler & Koch hatte im vergangenen Jahr 247,2 Mio. Euro Umsatz und 30,4 Mio. Euro Gewinn gemacht.
Ratingagenturen hatten Gläubiger zuletzt gewarnt, dass es bei dem Waffenhersteller mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Zahlungsausfällen kommen werde. Hintergrund war eine alte Unternehmensanleihe über 120 Mio. Euro, die im Juli ausläuft und bislang nicht refinanziert war. Mit der neuen Anleihe sei dieses Problem nun gelöst, betonte die Sprecherin. Außerdem will das Unternehmen schon jetzt ein Darlehen der Dachgesellschaft Heckler & Koch Beteiligungs GmbH über 100 Mio. Euro zurückkaufen, das eigentlich erst im April 2013 fällig gewesen wäre. Die neue Anleihe sei vor allem von institutionellen Anlegern gezeichnet worden. Sie hat einen Zinssatz von 9,5 Prozent und läuft bis 2018.
Zu den Hauptkunden des Waffenherstellers zählen die Bundeswehr, die deutsche Polizei sowie die Streitkräfte aus mehreren Nato-Staaten. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt derzeit, ob Heckler & Koch 2006 mit illegalen Waffenlieferungen in mexikanische Unruheprovinzen gegen das Außenwirtschaftsgesetz und das Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen hat. Das Bundeswirtschaftsministerium hat dem Unternehmen deshalb vorerst alle Waffenlieferungen nach Mexiko untersagt. Heckler & Koch weist die Vorwürfe zurück.