Nach FTD-Informationen aus Konzernkreisen übernimmt Typhoon Capital die Rechte für die Entwicklung der drei Windparks, zwei davon haben bereits eine Zusage für staatliche Förderung von der niederländischen Regierung erhalten. Der auf erneuerbare Energien spezialisierte Finanzinvestor aus den Niederlanden will bei den zwei Windparks vor der Küste seines Heimatlands insgesamt 120 Windanlagen installieren, jede davon hat die Leistung von fünf Megawatt. Damit kommen die Windparks auf eine Gesamtleistung von 600 Megawatt - das entspricht mehr als der Hälfte der Kapazität eines durchschnittlichen Atomkraftwerks.
Für Bard ist der Verkauf ein extrem positives Signal. Der Konzern mit Sitz in Bremen und Emden entwickelt derzeit den ersten kommerziellen Offshore-Windpark in der deutschen Nordsee "Bard Offshore 1". Das Projekt leidet unter Schwierigkeiten bei der Finanzierung, Bard hat einen Chef- und Eignerwechsel hinter sich. Das Projekt verzögert sich um Jahre. In Bankenkreisen war zuvor von einem Vertrauensverlust die Rede. Dass Bard einen Käufer für die niederländischen Projekte gefunden hat, zeigt, dass es noch Partner gibt, die dem Unternehmen trauen. Und es bringt Geld in die Kasse.
Das Unternehmen, das nicht nur Offshore-Windparks projektiert, also die Genehmigungen und die Finanzierung zusammen trommelt, sondern auch selbst Windanlagen herstellt und sie selbst errichtet, verhandelt jetzt mit Typhoon Capital über die Details der niederländischen Projekte. Bard hofft, den Zuschlag für den Bau und die Lieferung der 120 Windräder zu erhalten. Das Unternehmen wollte den Verkauf nicht kommentieren.
Typhoon hat schon zwei Offshore-Windparks finanziert und entwickelt und die Anteile danach gewinnbringend weiterveräußert: Belwind vor Belgien und Prinses Amalia vor der niederländischen Küste. Pro Offshore-Windpark entstehen regelmäßig Kosten von mindestens 1,5 Mrd. Euro.