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Merken   Drucken   10.12.2010, 11:29 Schriftgröße: AAA

Zweifel an Technik: DBM Energy geht der Saft aus

Der Bund hat das Startup großzügig mit Geld aus dem Konjunkturpaket unterstützt. Doch dessen angebliche Wunderbatterie für einen Elektro-Audi scheint veraltet und unsicher zu sein. von Margret Hucko, Hamburg
Es ist 3.10 Uhr in der Nacht, als der elektrische Audi A2 aus dem Sichtfeld der Journalisten verschwindet. Nicht mal mehr 200 Kilometer sind es bis ins Ziel. Dort wartet nicht nur Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle auf die Leute von DBM Energy, einem Elektro-Startup aus Berlin. Es lockt auch die Gewissheit, es den VWs , BMWs  und Daimlers  dieser Welt gezeigt zu haben.
Der mit Lithium-Polymer-Batterien vollgepackte Audi A2 kommt nach ...   Der mit Lithium-Polymer-Batterien vollgepackte Audi A2 kommt nach einer 600 km langen Fahrt von München in Berlin an
Der A2, vollgepackt mit Lithium-Polymer-Batterien, jagt einen Weltrekord: 600 Kilometer nonstop von München bis Berlin, ohne nachzuladen. Nach 40 Minuten taucht der A2 wieder auf. Was in der Zwischenzeit passiert ist, bleibt unklar. Hat der Fahrer etwa doch an einer Steckdose gehalten? Egal: Als der Wagen um 8 Uhr das Wirtschaftsministerium erreicht, schwärmt Brüderle unverdrossen vom Durchbruch in der Elektromobilität. Schließlich flossen aus dem Konjunkturpaket der Bundesregierung 275.000 Euro an DBM.
Mittlerweile erscheint die Rekordfahrt von Ende Oktober aber immer weniger spektakulär. "Die Technik ist seit zehn Jahren bekannt und ist nicht wirklich weiterverfolgt worden aufgrund von mangelnder Sicherheit und Haltbarkeit", sagt Arnulf Volkmar Thiemel vom ADAC über die DBM-Batterie. Eine Untersuchung des Wagens lehnt DBM Energy ab. Noch immer ist zudem unklar, warum der Notar, der die Fahrt beglaubigen sollte, nicht erschien. "Nächste Woche Dienstag oder Mittwoch können wir dazu mehr sagen. Bis dahin bitte ich um Geduld", sagt ein Sprecher von DBM Energy.
Dabei gibt es schon länger Indizien, die gegen die Batterie sprechen. Im Mai etwa rauchte es in der Werkstatt der Firma Papstar. Der Verpackungshersteller hatte von DBM Energy eine Batterie für Gabelstapler erworben. Keine zwei Monate später kam es "zu einer Dissonanz zwischen Batterie und Ladegerät", bestätigt Papstar-Logistikchef Gregor Falke. 100 Feuerwehrleute rückten an, sieben Mitarbeiter mussten ins Krankenhaus. "Ich bin trotzdem von der Technik überzeugt", sagt Falke. "Letztlich muss ich sagen: Das war viel Qualm um nichts."
Wenn das am Ende nicht auch für die ganze DBM-Technik gilt. Das Wirtschaftsministerium jedenfalls erwartet, dass das Unternehmen jetzt besonders den Zweiflern eine Chance gibt, sich von der Leistung der Batterie zu überzeugen.
  • FTD.de, 10.12.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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