FTD.de » Unternehmen » Industrie » Autoindustrie » Der Blitz schlägt unten ein

Merken   Drucken   10.03.2009, 09:31 Schriftgröße: AAA

Agenda: Der Blitz schlägt unten ein

Dossier Zehntausende Opel-Mitarbeiter hoffen auf die Abspaltung vom Mutterkonzern General Motors. Doch wegen jahrelangem Missmanagement ist Opel allein nicht überlebensfähig. von Matthias Lambrecht, Kristina Spiller (Hamburg) und Heimo Fischer (Stuttgart)
Roland Mertel sieht die Sache nüchtern. Auch wenn er schon eine Menge Geld in seinen weiß-gelben Calibra Turbo mit den verbreiterten Kotflügeln und seinen Manta B mit den verchromten Stoßstangen investiert hat - hinter der Begeisterung des Vorsitzenden des Münchner Opel Clubs steckt kühles Kalkül: "Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist in Ordnung", sagt der 30-Jährige die Faszination des Opel-Fahrens. "Ich kann nix extrem Negatives sagen."
Für Mertel und seine 22 Freunde aus dem Fanclub reicht das, um ihre Ascona, Kadett oder Zafira zu polieren und am Wochenende gemeinsam zum Opel-Treff nach Battingen oder Unterbaldingen zu fahren. Doch bei der Masse der Konsumenten hat die Marke mit dem Blitz längst den Glanz aus alten Wirtschaftswundertagen verloren. Noch 1995 hatte Opel einen Marktanteil von 17 Prozent in Deutschland, 2008 war es nicht einmal mehr die Hälfte.
Jetzt geht es um die Existenz. Der Mutterkonzern General Motors  (GM) steht am Abgrund und droht Opel mit hinunterzureißen. Jahrelanges Missmanagement in Detroit und Rüsselsheim hat das Renommee der Traditionsmarke schwer beschädigt. Und die Koalitionäre in Berlin fragen sich: Lohnt es, Steuermilliarden in das strauchelnde Unternehmen zu investieren?
Bilderserie Bilderserie: Ein Leben mit Opel
Für Zehntausende Opelaner in Bochum, Antwerpen oder Saragossa ist die Abnabelung von der Mutter die Lösung aller Probleme. "Free Opel" stand auf den Plakaten, die die Beschäftigten des Rüsselsheimer Werks in der vergangenen Woche hochhielten, als sie vor dem Fabriktor demonstrierten. "Es gibt nur eine Alternative", rief ihnen Opel-Europabetriebsratschef Klaus Franz zu: "Die Auslagerung von Opel, Vauxhall und Saab aus GM!"
Doch die Hoffnung auf den Alleingang in eine strahlende Zukunft ist trügerisch. So stolz die Opelaner noch immer auf sich und ihre Tradition sein mögen - die Autofahrer halten nicht mehr allzu viel von den Fahrzeugen mit dem Blitz.
Auf der von Audi angeführten Rangliste der zehn beliebtesten Hersteller, nach denen die Zeitschrift "Auto, Motor und Sport" ihre Leser regelmäßig befragt, taucht Opel schon lange nicht mehr auf. Und selbst Opel-Fahrer bewerten das Preis-Leistungs-Verhältnis deutlich schlechter als noch vor zwei Jahren: Nur 54 Prozent vergeben noch die Note "gut" - selbst Chrysler, Hyundai, Mazda oder Seat schneiden besser ab. "Kein Mensch in Deutschland hält diese Marke für unersetzlich", sagt Bernd M. Michael, langjähriger Europachef der Werbeagentur Grey.

Teil 2: Wie Opel zum Mercedes des kleinen Mannes wurde

  • Aus der FTD vom 10.03.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  
FTD-Versicherungsmonitor
FTD-Versicherungsmonitor

Der FTD-Versicherungsmonitor hat alle wichtigen Namen und Nachrichten auf dem Radar und bündelt die wichtigsten Informationen aus verschiedenen Quellen. So erhalten Sie einen exzellenten Überblick über die Assekuranz, analytisch kommentiert von FTD-Versicherungskorrespondent Herbert Fromme.

Jetzt kostenlos abonnieren
Tweets von FTD.de Unternehmens-News

Weitere Tweets von FTD.de

  16.05. Wissenstest Sind Sie Flughafenkenner?

Die verschobene Eröffnung des Berliner Großflughafens BER schlägt Wellen. Die internationalen Flughäfen sind nicht nur dynamische Orte, sondern auch Großunternehmen. Kennen Sie sich gut mit Airports aus?

Zunächst eine Frage zum weltgrößten Flughafen. Derjenige mit dem größten Passagieraufkommen ist …

Wissenstest: Sind Sie Flughafenkenner?

Alle Tests

Tools für Unternehmer
 
Gründung Finanzierung Steuern Firmenwert Vorlagen
Verträge und Vorlagen Sie benötigen Dokumente und nützliche Arbeitshilfen für Ihren Geschäftsalltag? Wählen Sie aus fast 5.000 rechtssicheren und aktuellen Verträgen, Vorlagen, Checklisten, Rechentabellen oder Ratgebern. mehr

Newsletter:   Eilmeldungen Unternehmen

Autobauer unterschreibt milliardenschwere Übernahme? Mit uns wissen Sie es, bevor die Tinte trocken ist.

Beispiel   |   Datenschutz
  • Ackermann-Nachfolger: Anshu Jain - Wider die Deutschtümelei

    Eine Bilanz vor dem Amtsantritt? Verbietet sich. Eigentlich. Nicht so bei Anshu Jain. Denn Josef Ackermanns Nachfolger hat schon vor dem Start bei der Deutschen Bank viel verändert. mehr

  •  
  • blättern
  Bilderserie Deutsche Bank Ackermanns Meilensteine

Bilderserie

  31.05. Wirtschaft Spendierhosen bei VW sitzen enger
Wirtschaft: Spendierhosen bei VW sitzen enger (00:01:36)

Der Tarifabschluss für die Angestellten des Automobilkonzerns entspricht weitgehend dem Flächenvertrag in der Metall- und Elektrobranche. Laut IG-Metall ist er aber "einen Schnaps besser". mehr

FTD-Blogs
Weitere FTD-Blogs

alle FTD-Blogs

 



markets
  DAX 6264,38  [-16.42 -0,26%
  Dow Jones 12393,45  [-26.41 -0,21%
  Nasdaq Composite 2827,34  [-10.02 -0,35%
  Euro Stoxx 50 2118,94  [2.76 +0,13%
 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote