Verkaufte Autos der "Big Three" in den USA
Schuld an der Misere, so das Klagelied in Detroit, seien der hohe Ölpreis und die Konjunkturflaute. Aber die Probleme wurzeln tiefer. Viel zu lange setzten die Big Three auf bullige Geländewagen, weil man mit ihnen kurzfristig mehr Geld verdienen konnte. Sie nahmen Milliardenverluste, ineffiziente Strukturen und Qualitätsprobleme hin. Und sie unternahmen nichts gegen die horrenden Arbeitskosten, scheuten den Konflikt mit der mächtigen Autogewerkschaft UAW. Erst im vergangenen Herbst rangen die Auto-Bosse der Gewerkschaft nennenswerte Zugeständnisse ab - vielleicht zu spät. Die Kunden sind bereits in Scharen weggelaufen, zur ausländischen Konkurrenz. 1980 stammten drei Viertel der in den USA verkauften Autos aus Detroit, im Juni 2008 waren es nur noch 46,4 Prozent.
Die Prognosen sind erschütternd. Chrysler geben Experten kaum noch Überlebenschancen als eigenständiges Unternehmen. Im Juni musste die frühere Daimler-Tochter einen Absatzeinbruch um sage und schreibe 36,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat hinnehmen. "Es ist äußerst wahrscheinlich, dass Chrysler zerschlagen und 2009 verkauft wird", prophezeit Sean McAlinden vom Center for Automotive Research im Autostaat Michigan. Und auch der Analyst Aaron Bragman von Global Insight "weiß nicht, wie Chrysler die nächsten zwei Jahre als selbstständiges Unternehmen überstehen soll".