Ford-Chef Alan Mulally
Die Geschichte seines Praktikums erzählt der Ford-Chef immer wieder gern. Sie zeigt, was sein Konzern so dringend braucht: das Vertrauen der Kunden. Seit seinem Amtsantritt 2006 versucht Mulally unermüdlich, das Zutrauen der Amerikaner zurückzugewinnen. Er verpasste dem Konzern eine strikte Kostendisziplin, besorgte sich rechtzeitig einen Kredit und verkaufte die Luxustöchter, bevor die Autoindustrie im vergangenen Jahr in den Abgrund stürzte.
Eigentlich müsste Ford gut dastehen. Die Erzrivalen
General Motors und Chrysler haben inzwischen Insolvenz angemeldet. "Wir haben bisher keine Staatshilfen gebraucht, und wir werden auch weiter ohne das Geld vom Steuerzahler auskommen", sagt Mulally tapfer. Doch auch Ford steht auf der Kippe: Trotz aller Bemühungen macht der Autobauer immer noch Milliardenverluste. Das Schicksal von Ford liegt nun nicht mehr in Mulallys Hand. Es hängt von der Konjunktur ab, von der Regierung - und ausgerechnet von General Motors.
Bereits im Dezember hatte Mulally die prekäre Situation erkannt: "Ford erwartet für 2009 keine Liquiditätskrise, sofern keiner der amerikanischen Wettbewerber Insolvenz anmelden muss oder das ökonomische Umfeld sich weiter verschlechtert", schrieb er in seiner Vorlage für die Regierung in Washington. Doch nun ist eingetreten, was nicht passieren durfte: Beide Rivalen sind insolvent. Und der wirtschaftliche Niedergang hält an.