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16.11.2008, 18:01
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Rettung von Opel - Alle geben Gas
Wegen der Krise seiner Konzernmutter GM fürchtet Opel um seine Existenz - und ruft den Staat um Hilfe. Die Politik lässt sich nicht lange bitten: Ein Wettlauf der Retter hat begonnen.
von Matthias Ruch (Washington) und Horst von Buttlar (Hamburg)
Peer Steinbrück grummelt. Mit finsterer Miene sitzt der Finanzminister in seinem Sessel und nippt an seinem Weinglas. Er ist sichtbar müde. Für Steinbrück, der gerade aus Deutschland geflogen gekommen ist, ist es kurz nach fünf in der Früh. Hier in Washington, im noblen Hay Hotel, ist es gerade mal neun Uhr Abends. Jetlag, langer Tag, wenig Schlaf - und jetzt großer Ärger. "Ich finde es bedauerlich, dass die sondierenden Gespräche bereits in die Öffentlichkeit gelangt sind", schimpft Steinbrück. "Es wäre besser, man würde die zuständigen Leute erst mal in Ruhe arbeiten lassen."
Eigentlich war der Finanzminister in die USA gekommen, um gemeinsam mit Kanzlerin Angela Merkel und den wichtigsten Beratern für die deutschen Interessen beim Weltfinanzgipfel zu kämpfen. Er wollte über die Zukunft des Internationalen Währungsfonds diskutieren, über Freihandel und Regulierung und über die neue Rolle der Schwellenländer. Nun hat ein Thema plötzlich alles überlagert: die Krise und Rettung der Adam Opel GmbH in Rüsselsheim.
Die Kanzlerin und ihr Finanzminister hatten Deutschland gerade verlassen, da kam heraus, was eigentlich vertraulich bleiben sollte: Opel, die Tochter des wankenden US-Automobilgiganten
General Motors (GM), ruft den Staat um Hilfe.
Seit Tagen wird ausgelotet, was die Politik tun kann, um Opel die Existenz zu sichern
Das Management bittet Bund und Länder um eine Bürgschaft - die notwendig würde, sollte GM tatsächlich pleitegehen. Seit Tagen wird offenbar hinter den Kulissen ausgelotet, was die Politik tun kann, um Opel die Existenz zu sichern.
Kaum war am Freitag der Hilferuf offiziell, standen die Retter auch schon Schlange: vornweg die Ministerpräsidenten, in deren Ländern Opel Standorte hat. Besonders energisch gab sich
Roland Koch , der sich seit einigen Tagen wieder im Wahlkampf befindet: Der geschäftsführende Ministerpräsident schlug gleich einen großen "Autoschirm" für Opel und die hessische Zuliefererindustrie vor.
In Rheinland-Pfalz war Landeschef
Kurt Beck ebenfalls am Retten und Rechnen. Er werde "alles tun, um die deutschen Standorte zu sichern". Und: "Wir gehen mal von einer Größenordnung von 1 Mrd. aus, die verbürgt werden müsste."
Sein Kollege in Nordrhein-Westfalen,
Jürgen Rüttgers , gab sogar eine "Überlebensgarantie" ab. "Wir lassen Opel nicht untergehen." Im gleichen Atemzug forderte er, andere Autohersteller mit längerfristigen Maßnahmen zu unterstützen.
Teil 2: Ideen und Initiativen
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Aus der FTD vom 17.11.2008
© 2008 Financial Times Deutschland,
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