Der schwedische Autohersteller kämpft gegen die Pleite: Der russische Saab-Finanzier wurde angeblich festgenommen - und es fehlt das Geld für die Löhne. Wenn versprochene Mittel aus China ausbleiben, könnte in einer Woche das Aus kommen.
Beim Autohersteller Saab häufen sich erneut lebensbedrohliche Hiobsbotschaften. Das schwedische Unternehmen musste seinen 3500 Beschäftigten mit der Freitag fälligen Auszahlung der November-Löhne auf unbestimmte Zeit vertrösten: Das zugesagte Geld von zwei Investoren aus China sei nicht gekommen und vorerst auch nicht in Sicht. Gewerkschaften kündigten Konkursanträge an, falls Löhne und Gehälter nicht binnen einer Woche überwiesen seien.
Gleichzeitig meldete der britische Sender BBC, dass der bisher an der Saab-Finanzierung beteiligte russische Bankier Wladimir Antonow auf ein litauisches Begehren festgenommen worden sei. Die Londoner Polizei bestätigte auf Anfrage in diesem Zusammenhang die Festnahme eines 36- sowie eines 53-jährigen Mannes. Antonow wurde 1975 in der zentralasiatischen Ex-Sowjetrepublik Usbekistan geboren. Er ist auch Eigner des britischen Profi-Fußballklubs Portsmouth.
Die Behörden des baltischen Landes werfen Antonow und einem Geschäftspartner vor, die wegen drohender Zahlungsunfähigkeit verstaatlichte Snoras Bank als Mehrheitseigner ausgeplündert zu haben. Zudem hat die litauische Generalanwaltschaft aufgrund von Hinweisen auf mögliche kriminelle Aktivitäten innerhalb der Bank Ermittlungen eingeleitet.
Ein Teil des angeblich abgezogenen Kapitals soll Antonow zur Übernahme von Saab für den niederländischen Sportwagenhersteller Spyker Cars 2010 eingesetzt haben. Das inzwischen in Swedish Automobile umbenannte Unternehmen will Saab an die chinesische Unternehmen Youngman und Pang Da weiterverkaufen.
Die Wirtschaftszeitung "Dagens Industri" nannte als Grund für die bisher ausgebliebenen Zahlungen aus China, dass die staatliche Aufsichtsbehörde NDCR in Peking dem Autohersteller Youngman und dem Großhändler Pang Da die Transaktion untersagt habe. Beide wollen Saab komplett übernehmen, konnten aber bisher die für eine neue Produktion im schwedischen Trollhättan nötige Lizenzfreigaben durch den US-Konzern General Motors (GM) nicht erreichen. GM hatte Saab Anfang 2010 verkauft.
Die Produktion bei den Skandinaviern liegt seit April wegen Geldmangels und Schulden still. Saab-Chef Victor Muller meinte in einer SMS an den Rundfunksender SR: "Wir können nicht sagen, wann das Geld kommt. Wir warten auf Neuigkeiten aus China."
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