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Merken   Drucken   14.05.2009, 18:05 Schriftgröße: AAA

Angeschlagener Autohersteller: Countdown für Opel-Rettung läuft  

Die Zukunft des Konzerns entscheidet sich wohl in wenigen Tagen: Bis zum 20. Mai wollen Magna und Fiat ihre Konzepte vorlegen - kurz vor Ablauf des Ultimatums für die Mutter GM. Der US-Hersteller hat den Glauben an sich jedoch schon verloren.
Eine Entscheidung über die Zukunft von Opel naht: Nach Angaben der Bundesregierung wollen mögliche Investoren bis zum 20. Mai ihre Konzepte vorlegen. Der italienische Autobauer Fiat  und der kanadisch-österreichische Autozulieferer Magna  gelten als die aussichtsreichsten Kandidaten für ein Zusammengehen mit Opel.
Die Bundesregierung will für die Verhandlungen zudem Zeit gewinnen und bereitet dafür eine Notvariante vor. Eine Übernahme von Opel durch einen Treuhänder sei möglicherweise nötig, um im Falle einer raschen Insolvenz der Opel-Mutter General Motors  weiterhin mit den Interessenten an einer Lösung für die europäische Tochter zu arbeiten, sagte Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) am Donnerstag nach einem Krisentreffen der Regierung. Es wird erwartet, dass GM Anfang Juni in den USA Insolvenz anmeldet. Mit dem Treuhandmodell soll Opel-Vermögen vor dem Zugriff von Gläubigern geschützt werden.
Opel kann bei einer Insolvenz von GM nach den Worten von Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) im Rahmen des geplanten Modells auf finanzielle Hilfen des Staates zählen. "Wir haben heute in der Regierung Klarheit geschaffen: Wenn es nötig wird, wird Opel eine staatliche Brückenfinanzierung bekommen", sagte der SPD-Kanzlerkandidat am Donnerstag. "Die Opel-Werke, Händler und Zulieferer dürfen nicht in den Strudel einer Insolvenz in Amerika geraten."
GM selbst rechnet mittlerweie mit einem Gang in die Insolvenz. "Das ist wahrscheinlich", sagte Konzern-Chef Fritz Henderson am Donnerstag in einem TV-Interview der US-Wirtschaftsagentur Bloomberg. Er sei jedoch zuversichtlich, das Verfahren schnell durchziehen zu können. Geschwindigkeit sei für einen Erfolg entscheidend, sagte Henderson. Kein Staatseinstieg
Opel will sich vom Mutterkonzern lösen und künftig weitgehend eigenständig arbeiten. Der Konzern profitiert derzeit enorm von der Abwrackprämie und dem Erfolg des neuen Modells Insignia. Damit hat er sich finanziellen Spielraum geschaffen. Dennoch benötigt Opel laut "Frankfurter Allgemeiner Zeitung" in kurzer Zeit voraussichtlich eine Finanzspritze in Höhe von mindestens 1. Mrd. Euro. Dies dürfte mittelfristig allerdings bei weitem nicht ausreichen.
Bei dem Treuhandmodell gehe es jedoch nicht um einen Einstieg des Staates, sagte der Minister. Voraussetzung sei, dass es tragfähige Konzepte der Investoren gebe. Es werde bereits mit der amerikanischen Seite verhandelt. Ein solcher Schritt hätte das Ziel, "dass die Verhandlungen fortgeführt werden können und zum zweiten, dass keine Steuergeldern verschleudert werden".

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