Das Ringen um Unterstützung aus China könnte eine neue Wende nehmen. Offenbar soll sich eine chinesische Bank an der Rettung beteiligen und einen anderen chinesischen Interessenten ersetzen.
Eine chinesische Bank soll zur Rettung des schwedischen Autobauers Saab mit ins Boot geholt werden. Das bislang ungenannte Geldhaus werde einer neuen Vereinbarung zufolge den chinesischen Investor Pang Da Automobile Trade Co ersetzen, sagten mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Sonntag.
Der chinesische Investor Zhejiang Youngman Lotus Automobile und das Geldhaus sollen zusammen knapp 50 Prozent an der angeschlagenen schwedischen Traditionsmarke halten. Zunächst war in einer Agenturmeldung von der Bank of China die Rede, die sich an der Saab Rettung beteiligen sollte. Diese Meldung wurde kurz darauf korrigiert.
Mit dem Schritt wollten sie den US-Autobauer General Motors umstimmen. Der frühere Saab-Mutterkonzern hatte sich im November dem Verkauf Saabs in chinesische Hände entgegengestellt.
Bei Saab häufen sich derzeit erneut lebensbedrohliche Botschaften. Das schwedische Unternehmen musste seine 3500 Beschäftigte mit der fälligen Auszahlung der November-Löhne auf unbestimmte Zeit vertrösten: Das zugesagte Geld von zwei Investoren aus China sei nicht gekommen und vorerst auch nicht in Sicht. Gewerkschaften in Schweden brachten Konkursanträge ein.
Die Wirtschaftszeitung "Dagens Industri" nannte als Grund für die bisher ausgebliebenen Zahlungen aus China, dass die staatliche Aufsichtsbehörde NDCR in Peking dem Autohersteller Zhejiang Youngman Lotus Automobile und dem Großhändler Pang Da die Transaktion untersagt habe.
GM kündigte im November an, die Lieferung bestimmter Teile und Fahrzeuge zu stoppen, sollte Saab wie geplant an die Investoren Youngman und Pang Da Automobile Trade gehen. Die Weitergabe von Technologien an die neuen Besitzer ist nach Einschätzung von GM nicht im Interesse der Aktionäre.
Der Einspruch der Amerikaner bedroht den Rettungsplan und damit das Überleben der für ihr skandinavisches Design bekannten Marke. GM hält immer noch Vorzugsaktien an Saab. Die chinesischen Investoren wollen Saab für 100 Mio. Euro kaufen.
Der Saab-Besitzer Swedish Automobile verbuchte im dritten Quartal wegen eines Rückgangs bei der Autoproduktion einen Verlust von 138 Mio. Euro. Demnach brachten die Autoverkäufe 75,8 Mio. Euro ein. Vor einem Jahr lag der Wert noch bei 275 Mio. Euro. Die Produktion beim schwedischen Autokonzern Saab stand einen Großteil des Jahres still. Der Konzern steht seit September unter Gläubigerschutz.
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