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Merken   Drucken   13.01.2010, 14:37 Schriftgröße: AAA

Angriff im Osten: GM gibt Asien für Opel frei

Selbst der US-Mutterkonzern hat inzwischen eingesehen, dass es ein Fehler war, außerhalb Europas so gut wie keine Opel-Modelle anzubieten.General Motors will die deutschen Wagen teurer verkaufen - vor allem in Indien. von Kristina Spiller  Detroit
General Motors (GM) versucht, die Schwäche der Marke Opel in Asien auszubügeln. "Opel kann mehr Autos außerhalb Europas verkaufen. In der Vergangenheit hat das in Asien nicht gut funktioniert", sagte Europachef Nick Reilly am Dienstag auf der Detroit Autoshow. Grund sei eine falsche Strategie. Opel werde einen neuen Anlauf machen und Markt für Markt erobern.
Europachef Nick Reilly gibt Strategiefehler zu   Europachef Nick Reilly gibt Strategiefehler zu
Der US-Autokonzern gesteht damit einen seiner größten Fehler in der einstigen Positionierung der deutschen Tochter ein und korrigiert ihn. Opel ist auf Westeuropa fokussiert. Der hiesige Automarkt wird aber höchstens stagnieren. In Asien hingegen werden die Märkte laut Experten jährlich 20 bis 30 Prozent anziehen. Vor allem in China und Indien werden immer mehr Autos nachgefragt.
Opel sei in Asien zu sehr als Mainstream-Marke positioniert, sagte Reilly, der vor seinem Posten als Europachef für GM das Asiengeschäft führte. Die Marke habe so nur geringe Preise verlangen und daher kaum Geld verdienen können. Für Opel seien dort höhere Preise möglich. Auch in Russland erwartet er einen Aufstieg Opels. 2011 werde Opel wieder Gewinn schreiben, kündigte Reilly an.
Standorte Wo Opel (noch) Autos baut
Derzeit drängen allerdings alle Autobauer nach Asien und erhöhen die Konkurrenz. Längst haben wichtige Rivalen wie Volkswagen etwa in China hohe Marktanteile. Zudem rechnet Opel laut Reilly 2010 durch den dümpelnden Markt in Westeuropa mit einem Absatzrückgang von bis zu fünf Prozent. 2009 sank der Absatz von 1,4 Millionen im Vorjahr auf 1,2 Millionen.
In Kürze wird Reilly Opel-Chef Hans Demant ablösen und übernimmt so noch direktere Verantwortung für die Marke. Den Wechsel bestätigte er am Dienstag indirekt. Auf die Frage, ob er bei Opels Aufsichtsratssitzung am Freitag zum Opel-Chef ernannt werde, antwortete er: "Das würde ich nicht dementieren."
Um einen Gewinn zu erwirtschaften, muss Reilly auch Opels Kosten drücken. Die Produktionskapazitäten müssten um 20 Prozent sinken, sagte er. Ob dafür Werke geschlossen werden, sei nicht entschieden. Für die Opel-Sanierung will GM in Europa bis zu 9000 Stellen streichen, großteils in Deutschland. Dafür verhandelt Reilly derzeit mit den Arbeitnehmern - auch über eine Mitarbeiterbeteiligung, Lohnverzicht und die Umwandlung der Adam Opel GmbH in eine AG.
Bis Ende Januar soll laut Reilly ein Sanierungsplan vorliegen. Er ist Grundlage für Staatshilfen, die GM einfordert. Für Opel will GM von Europas Regierungen insgesamt 2,7 Mrd. Euro einsammeln, um den Umbau zu bezahlen. "Wir haben gute Gespräche und machen Fortschritte", sagte Reilly dazu.
  • Aus der FTD vom 14.01.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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