Automobilindustrie:Daimler beendet alle Geschäfte mit dem Iran
Daimler folgt ThyssenKrupp und der Deutschen Bank in seiner Entscheidung alle Geschäftsbeziehungen zum Iran abzubrechen. Hintergrund ist vor allem die Sorge um Aufträge aus den USA.
Mit dem Autobauer Daimler kappt ab sofort ein weiterer deutscher Großkonzern seine Geschäftsbeziehungen mit dem Iran. Daimler-Chef Dieter Zetsche sagte am Donnerstag in Stuttgart, selbstverständlich bewegten sich die Geschäfte mit dem Regime seit jeher im gesetzlichen Rahmen. Trotzdem habe das Unternehmen sie im Lichte der jüngsten politischen Entwicklung nochmals kritisch geprüft. "Im Ergebnis haben wir unsere Geschäfte mit dem Iran vollständig ausgesetzt."
Dieter Zetschke: "Die Entscheidung richtet sich nicht gegen die iranische Bevölkerung."
Hintergrund ist der Streit um das iranische Atomprogramm. Zetsche betonte, der Schritt richte sich nicht gegen die iranische Bevölkerung. "Die Politik der derzeitigen iranischen Führung gebietet es aber, unsere Geschäftsbeziehungen mit diesem Land zu unterbrechen."
Das Unternehmen trennt sich von der 30-prozentigen Beteiligung an dem Dieselmotoren-Hersteller Iranian Diesel Engine Manufacturing. Dies hatte Zetsche bei der Hauptversammlung im April angekündigt. "Wir sind dabei, den Prozess abzuschließen", sagte ein Daimler-Sprecher.
Bereits im September hatte der Industriekonzern ThyssenKrupp seine Geschäfte mit Iran gestoppt. Kreditinstitute wie die Commerzbank und Deutsche Bank haben ebenso ihren Rückzug bekanntgegeben wie die Versicherer Allianz und Munich Re. Die Unternehmen treibt die Sorge um, international als Unterstützer des iranischen Regimes an den Pranger gestellt zu werden. Verbreitet ist vor allem die Angst, dass Aufträge in den USA verloren gehen könnten.
Daimler hatte seine Geschäftsbeziehungen mit dem Nachbarland Irak nach den Kriegswirren und dem UN-Embargo auf Eis gelegt. Inzwischen ist der Konzern dort wieder aktiv.
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