Branchenkrise:Autozulieferer Tedrive meldet Insolvenz an
Die Autobauer setzen weniger Neuwagen ab, die Zulieferer werden ihre Teile nicht los: Tedrive ist wegen der Auftragseinbrüche zahlungsunfähig. Damit meldet bereits der zweite Zulieferer innerhalb weniger Tage Insolvenz an.
Der Autozulieferer Tedrive mit 1500 Beschäftigten in Nordrhein-Westfalen hat Insolvenz angemeldet. Der vorläufige Verwalter Andreas Ringstmeier begründete den Schritt am Donnerstag mit Auftragseinbrüchen als Folge der Krise auf den weltweiten Automobilmärkten. Tedrive solle über ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung saniert werden. Die Löhne und Gehälter seien durch das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gesichert.
Damit hat die Autokrise innerhalb weniger Tage zwei größere Autozulieferer in die Zahlungsunfähigkeit getrieben. Vergangene Woche hatte mit TMD Friction aus Leverkusen mit 2000 Beschäftigten einer der führenden Bremsenhersteller Insolvenz angemeldet. Die Teilehersteller sind vom Auftragsrückgang ihrer Abnehmer hart getroffen, viele haben Kurzarbeit angemeldet oder schicken ihre Belegschaften über Weihnachten in Zwangsferien.
In der Autobranche werden Forderungen nach Milliardenhilfen der Europäischen Union lauter, weil die Banken in der Finanzkrise kaum noch neue Kredite gewähren, obwohl diese durch das Rettungspaket der Bundesregierung abgesichert sind.
Tedrive stellt in Düren Antriebswellen und Differenziale her, in Wülfrath werden Lenksysteme gefertigt. Das Unternehmen setzt damit 500 Mio. Euro um. Zu den Kunden gehören die schwer angeschlagenen US-Konzerne Ford und General Motors sowie die deutschen Autobauer Volkswagen und BMW.
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