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Merken   Drucken   21.11.2008, 17:52 Schriftgröße: AAA

Bürgschaft für Autobauer: Deutsche gegen Staatshilfe für Opel  

Der angeschlagene Autobauer fordert eine Bürgschaft vom Staat. Ginge es nach der Mehrheit der Bundesbürger, würde er die aber nicht bekommen. Trotz Krise will Opel auf Kündigungen verzichten - bis 2010.
Die Mehrheit der Deutschen lehnt Hilfen aus Steuermitteln für Opel ab. 54 Prozent der Befragten vertraten in dem am Freitag veröffentlichten ZDF-Politbarometer die Ansicht, dass sich der Staat bei Opel raushalten solle. 40 Prozent befürworteten eine Bürgschaft, sollte Opel wegen ausbleibender Zahlungen von General Motors  in Zahlungsschwierigkeiten kommen.
Noch deutlicher ist die Ablehnung eines Rettungsschirmes für die gesamte Autobranche. Sollten auch andere Hersteller in Deutschland finanzielle Hilfen aus Steuermitteln beantragen, sollte die Politik nach Ansicht von 56 Prozent der Befragten hart bleiben. Nur 37 Prozent sprachen sich für ein staatliches Engagement aus.
Opel sieht seinen Betrieb trotz des vorläufigen Scheiterns eines Hilfspakets für die Mutter General Motors in den USA nicht gefährdet. "Wir haben nicht das Problem, dass wir demnächst mit dem Rücken an der Wand stehen", sagte Opel-Chef Hans Demant der "Wirtschaftswoche". Sein Unternehmen frage nach einer Bürgschaft nur für den Fall, dass sich die Lage bei GM in den USA weiter verschlechtere und dann ein Zugriff auf Geld des Mutterkonzerns nicht mehr möglich sei.
Opel hat genügend Liquidität
"Wir haben genügend Liquidität bis weit ins kommende Jahr, auch ohne Bürgschaft und auch wenn es in den USA noch schwieriger wird", sagte ein Opel-Sprecher am Freitag.
Um nicht von einer GM-Pleite mitgerissen zu werden, hatte Opel bei Bund und Ländern um Staatshilfe gebeten. Der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg sagte, derzeit befinde man sich noch in einer Phase der "Sondierungsgespräche" mit den Opel-Vertretern. Die Regierung sei aber nach wie vor darauf eingestellt, gegebenenfalls eine Entscheidung bis Weihnachten zu treffen.
Mit einer Bürgschaft will Opel die für die kommenden Jahre geplanten Investitionen in Deutschland sicherstellen, um den Fortbestand des Unternehmens langfristig zu sichern. Von einer zeitweisen Verstaatlichung hält Opel-Chef Demant dagegen nichts. "Ich kann mir nicht vorstellen, wie eine Verstaatlichung einem Unternehmen helfen sollte", sagte er der "Autogazette".
Opel will trotz der Krise am Automarkt auf Kündigungen in Deutschland bis 2010 verzichten. Der mit den Gewerkschaften geschlossenen Zukunftsvertrag werde erfüllt, sagte Demant der "Autogazette" zufolge. "Wir müssen unsere Produktion den Marktbedingungen anpassen - das bewältigen wir ohne Personalabbau."

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  • FTD.de, 21.11.2008
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