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Merken   Drucken   20.11.2008, 12:24 Schriftgröße: AAA

Deutsche Konzerne in Sorge: Autohersteller geben 2009 verloren  

Das kommende Jahr wird schlimm für die Autohersteller - darüber ist sich die Branche einig. Ihre große Hoffnung bisher: Der Boom der Schwellenländer sollte den Einbruch in Westeuropa abfedern. Doch daraus wird wohl nichts. von Claus Gorgs (München)
Wachstumsmärkte wie Indien, China oder Russland werden den erwarteten Absatzeinbruch der Autobauer 2009 nicht abfedern können. "Die Finanzkrise wird die Schwellenländer sogar noch härter und langfristiger treffen als die westlichen Märkte", sagte Volkswagen-Vertriebschef Detlef Wittig am Dienstag auf der FTD-Konferenz Automotive 2008.
So sei die Refinanzierung aufgrund der höheren Zinsen etwa in Indien noch schwieriger als hierzulande. Für den chinesischen Markt erwartet der VW-Manager für das kommende Jahr Stagnation, in Russland und Indien ein schrumpfendes Geschäft. Auch Daimler-Strategievorstand Rüdiger Grube erwartet für 2009 keine Impulse aus den Boommärkten der vergangenen Jahre. In den ersten sechs Monaten 2008 hatten alle Schwellenländer noch zweistellige Zuwachsraten verzeichnet.
Damit schreiben Deutschlands Autobauer das Jahr 2009 faktisch ab. Denn ohne einen kräftigen Absatzschub aus China, Indien und Russland können sie die erwarteten Rückgänge in Westeuropa und den USA nicht abmildern, geschweige denn kompensieren. Bis vor Kurzem waren die Hersteller noch davon ausgegangen, dass die Finanzkrise das Wachstum in den Boomregionen allenfalls abschwächen werde. Nach einem Absatzminus von 3,3 Prozent in China im dritten Quartal und einem Rückgang der Autoverkäufe in Indien um mehr als 14 Prozent im Oktober sind diese Prognosen jedoch Makulatur.
Krise auch als Chance zur schnelleren Expansion
"Die Finanzkrise wird die Strategien der Autobauer in den Schwellenländern verändern", sagte Ronald Haddock, Geschäftsführer und China-Experte der Unternehmensberatung Booz & Company. "Einige werden aufgrund der Schwierigkeiten auf dem Heimatmarkt gezwungen sein, ihre Expansionspläne auf Eis zu legen. Andere werden die Chance nutzen, umso schneller vorzustoßen."
Daimler-Vorstand Grube zählt sein Unternehmen zu den Letzteren. Er geht davon aus, dass China die USA bereits im kommenden Jahrzehnt als größten Automarkt der Welt ablösen wird. "Wir können es uns überhaupt nicht leisten, nicht in China zu sein. Wir müssen und wir werden weiter investieren."

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Daimler 37,43 EUR   -1,36%  -0.515
  • Aus der FTD vom 20.11.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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