Im Ringen um eine Lösung für ihre Finanzprobleme hat die Porsche Holding das Emirat Katar gewonnen. Der Staatsfonds des Emirats, QIA, hat laut Porsche eine schriftliche Offerte vorgelegt.
Nach FTD-Informationen hat Katar jedoch in seinem Schreiben nur den Kauf von Porsches Optionen auf Volkswagen -Aktien angeboten. Für einen Einstieg bei der Porsche Holding SE seien Bedingungen gestellt worden, die nicht den Preis betreffen, hieß es. Interpretationsspielräume lässt daher auch die Aussage eines Porsche-Sprechers, der am Montag sagte: "Uns liegt ein Angebot der QIA vor, das den Einstieg bei der Porsche Holding SE beschreibt und den Kauf der Optionen auf VW-Aktien." Nun werde über den Preis verhandelt.
Könnte Porsche seine Optionen auf rund 20 Prozent an VW abstoßen, wäre der Stuttgarter Autobauer ein Finanzproblem los. Die Kosten für die Optionen drücken auf das Ergebnis. Porsches einstiger Plan, die Aktien zu erwerben, wäre nicht mehr finanzierbar. Allerdings habe Porsche-Chef Wendelin Wiedeking gehofft, Katar auch zum Einstieg bei der Porsche Holding zu bewegen, hieß es.
Die Holding, unter der der Sportwagenbauer Porsche und der 51-Prozent-Anteil an VW hängt, ist durch die Beteiligung an dem Wolfsburger Konzern mit 9 Mrd. Euro hoch verschuldet. Ein Geldsegen etwa durch Katar könnte verhindern, dass Porsche doch noch einen Anteil am Sportwagenbauer an VW verkaufen muss. Das hatte VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch vorgeschlagen.
VW-Großaktionär Niedersachsen und VWs Management stehen hinter ihm. Wiedeking und Porsches Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche lehnten diese Lösung jedoch ab, ein Anteilsverkauf an VW würde ihre Macht beschneiden. Nun ist ein Konflikt darüber zwischen beiden Seiten ausgebrochen, wie der Zusammenschluss von VW und Porsche gelingen kann.
Teil 2: Familienstreit Porsche-Piëch schreckt Scheichs ab