Die Banken der Schaeffler-Gruppe haben der Eigentümerfamilie bei den Kreditverhandlungen in der vergangenen Woche größere Zugeständnisse abgetrotzt als bislang bekannt.
Für ihre Schulden von 12 Mrd. Euro erhalten sie nach FTD-Informationen nicht nur höhere Zinsen, sondern auch mehr Sicherheiten: Danach sind jetzt nicht mehr nur die knapp 90 Prozent an
Conti verpfändet, die der Konzern hält, sondern auch das operative Geschäft von Schaeffler.
Zudem ist vereinbart, Schulden notfalls über den Verkauf von Conti-Aktien zu tilgen. Dadurch ist derzeit unsicher, welchen Anteil Maria-Elisabeth Schaeffler und ihr Sohn Georg an dem geplanten Autozulieferkonzern Conti/Schaeffler am Ende halten werden. Die besseren Konditionen konnten die Banken deswegen erzielen, weil der Familienkonzern bestimmte Kreditbedingungen nicht einhalten konnte.
Vierphasenmodell
Die Refinanzierung ist Teil des sogenannten Vierphasenmodells innerhalb des "Project Fairplay" der Unternehmensberatung Roland Berger, mit dem die Schaeffler-Banken die Fusion von Conti und Schaeffler durchziehen wollen. Sie hoffen, dass ein fusioniertes Unternehmen besser in der Lage ist, die Gesamtschulden von rund 22 Mrd. Euro zu bedienen und zu tilgen. Einzelne Banken, wie etwa die
Commerzbank , sind auch Teil des Kreditkonsortiums von Conti.
Die ersten drei Phasen des Plans betreffen den Umbau der Schaeffler-Struktur und sind bis Juni 2010 terminiert. Bis dahin soll nach den Vorstellungen der Schaeffler-Banken auch die Refinanzierung von Conti gelöst sein. Als Phase vier wird der "Zusammenschluss der operativen Aktivitäten von Schaeffler und Continental" bezeichnet, sie hat allerdings kein festes Zieldatum. Bis Ende August, der Phase eins, soll das Gutachten darüber vorliegen, ob die hoch verschuldete Schaeffler-Gruppe überhaupt überlebensfähig ist. Ein positives Testat ist allerdings nur noch Formsache.
Vergangene Woche hatte Schaeffler zwar bekannt gemacht, sich mit seinen Banken auf die Refinanzierung seiner Schulden geeinigt zu haben, war aber Details schuldig geblieben. Tatsächlich wird noch über die letzten Feinheiten diskutiert. Zeit ist bis Ende November, dem Abschluss der sogenannten Phase zwei.