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Merken   Drucken   09.08.2012, 11:04 Schriftgröße: AAA

Geplatzte VW-Übernahme: Porsche wird Milliardenklage nicht los

Porsche hat ein Milliardenproblem in den USA: Hedge-Fonds fühlen sich getäuscht und um viel Geld gebracht. Die Porsche Holding will das am liebsten in Deutschland vor Gericht verhandeln, das oberste New Yorker Gericht sieht das anders.
© Bild: 2012 DPA/Bildfunk/Karl-Josef Hildenbrand
Porsche hat ein Milliardenproblem in den USA: Hedge-Fonds fühlen sich getäuscht und um viel Geld gebracht. Die Porsche Holding will das am liebsten in Deutschland vor Gericht verhandeln, das oberste New Yorker Gericht sieht das anders.

Die Stuttgarter Holdinggesellschaft Porsche SE hat im milliardenschweren Rechtsstreit mit US-Investoren einen Rückschlag erlitten. Der Oberste Gerichtshof des Bundesstaats New York wies den Antrag auf Klageabweisung in den von 26 Hedgefonds angestrengten Verfahren im Zusammenhang mit der gescheiterten VW-Übernahme ab. Das teilte Porsche SE am Donnerstag mit.

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Das Gericht habe damit allerdings keine Entscheidung über die Rechtmäßigkeit der Klagen getroffen, teilte das Unternehmen weiter mit und kündigte Berufung an. Die Porsche Holding sei weiterhin der Auffassung, dass die Klagen unzulässig und unbegründet seien. Ihrer Einschätzung zufolge sei das New Yorker Gericht nicht zuständig für mögliche Klagen. Diese müssten stattdessen in Deutschland verhandelt werden. Hierzulande gibt es ebenfalls bereits einige Klagen gegen Porsche.

Die 26 Kläger werfen Porsche SE Betrug und ungerechtfertigte Bereicherung im Zusammenhang mit den Transaktionen mit Volkswagen -Aktien im Jahr 2008 vor. Die Hedgefonds sprechen insgesamt von einem Schaden in Höhe von mehr als 1,4 Mrd. Dollar. Sie waren vor den New York State Supreme Court gezogen, nachdem das New Yorker Bundesgericht im Dezember 2010 eine Klage gegen Porsche SE wegen Wertpapierbetruges abgewiesen hatte.

In dem seit Jahren laufenden Rechtsstreit geht es um eine angebliche Manipulation der Kapitalmärkte mit Hilfe von Optionen im Zuge der gescheiterten Übernahme von VW. Ursprünglich wollte Porsche VW schlucken und kaufte sich seit 2005 bei dem Wolfsburger Autobauer ein, parallel sicherten sich die Stuttgarter mit Optionen ab.

Als Porsche die Karten 2008 auf den Tisch legte und die geplante Beherrschung von VW ankündigte, explodierte der Markt mit VW-Stimmrechten. Investoren, die auf dem falschen Fuß erwischt wurden, verbuchten hohe Verluste. Porsche verdiente zwischenzeitlich glänzend an seinen Optionsgeschäften, musste im Zuge der Finanzkrise den Übernahmeversuch aber abblasen, da das Geld ausging.

Volkswagen drehte daraufhin den Spieß um. Inzwischen gehört das in der Porsche AG gebündelte Kerngeschäft des Stuttgarter Unternehmens komplett zu Volkswagen. Die von den Familien Porsche und Piech sowie dem Emirat Katar kontrollierte Porsche Holding bleibt mit gut der Hälfte der Stimmrechte jedoch der bestimmende VW-Aktionär.

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  • Reuters, 09.08.2012
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