FTD.de » Unternehmen » Industrie » Autoindustrie » Dilettantisch in die nächste Runde

Merken   Drucken   09.11.2009, 06:49 Schriftgröße: AAA

GM/Opel: Dilettantisch in die nächste Runde  

Leitartikel Es ist schlimm genug, wenn vor Bundestagswahlen Politik nach populistischen Kriterien gemacht wird - und der Staat einen einzelnen Autobauer trotz enormer Risiken für viel Geld am Leben erhält. Doch noch schlimmer ist, wenn Politiker die gleichen Fehler auch ohne Wahlkampf machen.
Deutsche Staatshilfe für GM zur Rettung Opels ist...

 

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Die Gründe dafür können vielfältig sein: Etwa aus persönlicher Profilierungssucht oder verletzten Eitelkeiten heraus. Wenn auch GM vom Bund Staatshilfen bekommen sollte, ist das eine konsequente Fortsetzung der alten Fehler. Kredite für ein Sanierungskonzept zu verweigern, das sich allenfalls in der Zahl der bewahrten Arbeitsplätze und der Höhe der benötigten Summe von dem der früheren Bieter unterscheidet, hätte etwas Schizophrenes. Ebenso wie die Trotzreaktion, GM jegliche Hilfe zu versagen, zugleich aber Forderungen zu stellen. Will die Politik deutsche Arbeitsplätze erhalten, muss sie dafür zahlen. Zumindest ist die geforderte Summe niedriger als beim geplatzten Magna-Deal.
Die Gefahr ist allerdings, dass sich die Bundesregierung im Schachern weiter so dilettantisch anstellt wie bisher und die wirtschaftlichen Perspektiven für Opel nur eine Nebenrolle spielen. Wer wie CSU-Chef Horst Seehofer  pauschale Überlebensgarantien für Opel ausspricht, bevor GM auch nur ein Sanierungskonzept vorgelegt hat, schwächt die eigene Verhandlungsposition. Und wer Industrieexperten wie Dirk Pfeil aus der Treuhand wirft, weil sie Opels Verbleib bei dem verteufelten US-Konzern begrüßt haben, weckt Zweifel, dass es ihm um die Sache geht.

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  • Aus der FTD vom 09.11.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 09.11.2009 15:37:34 Uhr   WALTER KOHZ: Bundesregierung: Falsche Entscheidung im Mär...

    Als es mit GM den Bach hinunterging, da konnte die Bundesregierung noch schnell entscheiden, die Opel-Anteile relativ billig zu erwerben, um danach als Eigentümer und damit als Herr des weiteren Verfahrens aufzutreten. Das hat unsere Bundesregierung Ende März 2009 nach dem Dogma ordnungspolitischer Erwägungen und aus Angst vor der damaligen Oppositionspartei FDP nicht getan. Sie hat das vielmehr der USA-Regierung überlassen, die es durch den zielgerichteten strategischen Einsatz von 50 Milliarden $ Staatsgeldern ermöglicht hat, GM zum Staatsbetrieb zu machen und so wieder zu beleben mit einer Konzernspitze, die nicht nur bezüglich Opel schon in der Vergangenheit versagt hat. Jetzt können unsere Politiker, die den Fall Opel zur Chefsache erklärt haben, nur noch auf das reagieren, was ihnen von der GM-Konzernspitze vorgelegt wird. Sie sind keineswegs mehr Herr des Verfahrens, sondern allenfalls erpressbare Abnicker.

    Nicht nur deshalb ist nach dem Scheitern des Magna-Deals und nach den Einwänden aus Brüssel und der argwöhnischen europäischen Nachbarländer äußerste Zurückhaltung bei der Vergabe von Beihilfen aus Steuergeldern geboten.

    Weltweit herrscht eine Überkapazität von 30% im Automobilbau.
    Die Chancengleichheit im Wettbewerb deutscher Automobilbauer ist durch Zuwendungen der Bundesregierung nicht zu verletzen. Sonst brennt das ganze deutsche Autoland (BMW, Daimler, VW…).
    GM muss sich aus eigenen Quellen sanieren!

    Es gilt eben:
    Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben

  • 09.11.2009 11:10:38 Uhr   Bernd Grantler: Dilettantisch in die nächste Runde
  • 09.11.2009 10:51:37 Uhr   schneider.h.: Scherbenhaufen
  • 09.11.2009 09:37:34 Uhr   Michael Krause: Der Dilettantismus stzt sich auf beiden Seite...
  • 09.11.2009 07:34:10 Uhr   O.H.: Vertrauen? Fähige Leute?
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